Die Gewinnergruppen erhalten zum Abschluss der Theatertage ihre Zertifikate.
Die Gewinnergruppen erhalten zum Abschluss der Theatertage ihre Zertifikate. (Foto: Lydia Schäfer)

Die diesjährigen internationalen Theatertage am See sind zu Ende. Mit dem Titel „MUT“ haben sich die Organisatoren Produktionen gewünscht, die sich politisch positionieren, sich Fragen und Herausforderungen der Zeit stellen und Brücken zwischen den Menschen aus unterschiedlichen Ländern bauen. All das ist im Resümee gelungen. Spieler und Macher sind zusammengewachsen und das Repertoire der Darsteller reichte von der Komödie bis zu interaktivem politischem Theater. Mit der Preisverleihung ausgesuchter Produktionen wurden die Theatertage beendet.

„Bei den Theatertagen gibt es nur Gewinner“, sagte der Mitorganisator der Theatertage am See, Jürgen Mack. Dennoch habe die Jury sich entscheiden müssen. Erstmalig wurde auch ein Publikumspreis vergeben, dessen Gewinner durch die Stimmabgabe von den Inhabern der Dauerkarten und den Spielern ermittelt wurde. „Die Spieler durften die eigene Gruppe nicht wählen und wir haben ein Verfahren angewendet, dass dies auch nicht möglich ist. Wäre das der Fall gewesen, wäre die Stimme ungültig, aber wir haben keine einzige ungültige Stimme dabeigehabt“, freute sich Mack. Die Gruppe „Collectivo Racun“ hat den mit 500 Euro dotierten Preis gewonnen. Die chilenische Gruppe hat ihre Wurzeln im Straßentheater und hat während der Theatertage drei Eigenproduktionen gezeigt.

Der Jurypreis ist mit 5000 Euro dotiert und wurde auf jeweils drei Gruppen verteilt. „Wir haben unterschiedliche Arten von Theater auf unglaublich hohem Niveau gesehen“, erklärte Jurymitglied Christoph Daigl, was die Auswahl nicht einfach gemacht hätte. Schließlich habe man zwei Produktionen, die durch ihre neue Form des Theaters aufgefallen seien mit jeweils 2000 Euro ausgewählt. Das war die Mittelstufengruppe des Ernst-Mach Gymnasiums mit ihrer Produktion „Spurensuche“, einem interaktiven Stück, bei dem der Zuschauer sowohl passiv als auch aktiv mitgewirkt hat. Die Schüler haben die Rolle der Heil- und Pflegeanstalt ihrer Heimatstadt Haar in Bayern während des Nationalsozialismus aufgearbeitet. Das Ensemble des Deutschordenmuseums hat mit der „Odyssee- des Lebens“ ein Stück entwickelt, das an verschiedenen Orten in der Bodenseeschule stattfand. Die verbliebenen 1000 Euro gingen in die Schweiz an das Zwei-Personen-Stück „Runter zum Fluss“ von der Gruppe „Die Schatulle“. Die pointenreiche Komödie mit viel Tiefgang habe mit der Geschichte und den schauspielerischen Leistungen überzeugt, erklärte Daigl, „außerdem wissen wir jetzt auch, wie man eine Senftube richtig ausdrückt“.

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