Helfer vor Ort unterstützen den Rettungsdienst

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David Fischinger (links) und Nils Seifert gehören zum Helfer-vor-Ort-Team der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen.
David Fischinger (links) und Nils Seifert gehören zum Helfer-vor-Ort-Team der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen. (Foto: Stadt Friedrichshafen)
Schwäbische Zeitung

Wer einen Unfall hat und ärztlich versorgt werden muss, der erwartet nicht unbedingt die Feuerwehr am Unfallort. Anders ist das aber seit dem 1. August. Durch eine Änderung im Rettungsdienstgesetz wurde das bereits bestehende „Helfer-vor-Ort“-System verändert, sodass es künftig häufiger vorkommt, dass Rettungssanitäter der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen tagsüber die Erstversorgung verunfallter Menschen übernehmen.

„Unsere Aufgabe besteht darin, die Versorgung des Patienten zu übernehmen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Als Helfer vor Ort überbrücken wir die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes und des Rettungswagens“, erzählen David Fischinger und Nils Seifert. Sobald der Rettungsdienst vor Ort ist, übergeben die „Helfer-vor-Ort“ den Patienten und informieren den Rettungsdienst, welche Maßnahmen bisher unternommen wurden und welche Symptome die verunglückte Person zeigte. Die „Helfer-vor-Ort“ sind somit ein zusätzliches Glied in der Rettungskette zwischen Laienhilfe und der rettungsdienstlichen Versorgung.

Die ausgebildeten Rettungssanitäter der Feuerwehr kommen zum Einsatz, wenn sie den Unfallort schneller erreichen können, als der Rettungsdienst. Sie werden von der Integrierten Leitstelle beim DRK gleichzeitig mit dem Rettungsdienst alarmiert. Dem Helfer-vor-Ort-Team bei der Feuerwehr gehören David Fischinger, Nils Seifert sowie alle weiteren hauptamtlichen Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen an. Nahezu alle haben eine abgeschlossene Ausbildung als Rettungssanitäter. Zusätzlich absolvieren sie regelmäßige Zusatzausbildungen. Dazu gehört es, einmal im Jahr einen Tag die Besatzung eines Rettungswagens zu begleiten und sich einen Tag lang im Bereich Rettungsdienst an der Schule in Weingarten fortzubilden, wie die Stadt Friedrichshafen in einer Pressemitteilung schreibt.

Seit 1. August im Einsatz

„Es ist eine hohe Verantwortung, die die Helfer vor Ort übernehmen. Dank ihrer Ausbildung können sie aber schnell qualifizierte Hilfe leisten und so verunfallten Menschen sofort helfen und unter Umständen das Leben retten“, so Louis Laurösch, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen.

Seit sie diese neue Aufgabe am 1. August übernommen haben, sind Nils Seifert, David Fischinger und zwei weitere Feuerwehrkollegen schon viermal mit dem Löschfahrzeug ausgerückt, um Notfallhilfe zu leisten. Zu einem Einsatz wurden sie gerufen, als eine Person nach einem Insektenstich eine allergische Reaktion zeigte. Sie konnten sofort helfen und somit Schlimmeres verhindern.

Zu den Einsätzen werden die Helfer-vor-Ort der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen nur tagsüber während der üblichen Arbeitszeit der hauptamtlichen Einsatzkräfte gerufen. „Die Einsatzzentrale der Feuerwehr ist zwar 24 Stunden besetzt. In den Nachtstunden sind derzeit aber keine weiteren Einsatzkräfte in der Feuerwache präsent“, erklärt Louis Laurösch. Grund: Wenn die Einsatzkräfte nachts erst alarmiert und von zu Hause anfahren müssen, vergeht mehr Zeit, als wenn direkt der Rettungswagen gerufen wird.

Durch den Einsatz der Helfer-vor-Ort kann jetzt gemeinsam mit der Integrierten Leitstelle die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung bei Unfällen erhöht werden. Damit übernehmen die Helfer-vor-Ort bei der Feuerwehr eine wichtige Aufgabe und ergänzen so den regulären Rettungsdienst.

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