Havarie der MS Lindau auf dem Bodensee: Veranwortliche finden Ursache

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Eine defekte Lötstelle in einer Kraftstoffleitung war am Sonntag Grund für die Havarie der MS Lindau. Das „Verschleißteil“, wie BSB-Pressesprecher Josef Siebler mitteilt, sei ausgefallen, die Mannschaft habe dann auf den zweiten Motor umgestellt.

Dieses sei ein ganz normaler Vorgang, das kaputte Teil kostet im Austausch sieben Euro. Was allerdings nicht geschah, sagt Siebler, sei die Umstellung der Kühlung auf den zweiten Motor gewesen. Der überhitzte dadurch, nahm Schaden und Wasser verdampfte, so der BSB-Sprecher. Der dunkle Rauch kam zustande, weil der Lack auf den Leitungen sich auflöste.

 Binnen weniger Minuten baut die Feuerwehr einen Container auf, in dem die Passagiere untersucht werden können.
Binnen weniger Minuten baut die Feuerwehr einen Container auf, in dem die Passagiere untersucht werden können. (Foto: Ralf Schäfer)

Kurz hinter der Hafenausfahrt fiel die MS Lindau am Sonntag aus., Sie war auf dem Weg von Friedrichshafen nach Lindau. Die MS Schwaben, von Kressbronn auf dem Weg nach Friedrichshafen, drehte bei und nahm die Passagiere an Bord.

Während die Menschen am Hinteren Hafen in einem Feuerwehr-Container versorgt wurden, untersuchten Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz den Motorraum der MS Lindau.

Gegen 20 Uhr war nach Angaben von Stadtbrandmeister Louis Laurösch der Einsatz beendet. Zuletzt hatten die Sanitäter auch noch die vier Besatzungsmitglieder untersucht. Niemand musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Gegen 20 Uhr war nach Angaben von Stadtbrandmeister Louis Laurösch der Einsatz beendet. Zuletzt hatten die Sanitäter auch noch die vier Besatzungsmitglieder untersucht. Niemand musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Feuerwehr war mit 29 Kräften, die DLRG mit 16 Mitgliedern und die Schnelleinsatzgruppe von Johanniter Unfallhilfe und Deutschem Roten Kreuz (DRK) mit 14 Kräften im Einsatz.

Am Montagmorgen wurde das Schiff von Technikern der Bodensee-Schiffsbetriebe auf den Kopf gestellt, um Schaden und Zustand zu untersuchen.

Der Motor der MS Lindau wird jetzt noch genau inspiziert, um zu schauen, was gemacht werden muss. Er wird auf jeden Fall repariert, teilt die BSB mit. „Das Schiff wird nach derzeitigem Stand fünf bis sechs Wochen ausfallen. Die Kollegen schauen, wie sie den Engpass an einzelnen Tagen überbrücken können. Der Schaden beträgt rund 80.000 Euro“, sagt Josef Siebler.

Die Rettungsdienste der Sondereinsatzgruppe (SEG) von Johannitern und DRK sind mit 14 Personen im Einsatz.
Die Rettungsdienste der Sondereinsatzgruppe (SEG) von Johannitern und DRK sind mit 14 Personen im Einsatz. (Foto: Ralf Schäfer)

Unfälle und Polizeieinsätze auf dem Bodensee insgesamt

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