Haußmann will Rettungshubschrauber-Standort erhalten

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Über die Gesundheitsversorgung in der Region Bodensee-Oberschwaben tauschten sich im Klinikum Friedrichshafen aus (von links): Mitglied des Landtags (MdL) Klaus Hoher, Pflegedirektor Andreas Stübner, Prof. Christian Arnold, MdL Jochen Haußmann, Prof. Dr. Volker Wenzel, FDP-Gemeinderätin Gaby Lamparsky und MCB-Geschäftsführerin Margita Geiger. (Foto: mcb)
Schwäbische Zeitung

Jochen Haußmann, Gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, hat zu seinem ersten Besuch im Klinikum Friedrichshafen nicht nur seinen Landtags-Fraktionskollegen Klaus Hoher aus Salem sowie die Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes und Häfler Gemeinderätin, Gaby Lamparsky, sondern auch viele Fragen rund um die Gesundheitsversorgung in der Region mitgebracht. In der Frage um den die Verlegung des Rettungshubschrauber-Standortes sprach sich Haußmann klar für dessen Verbleib in Friedrichshafen aus, wie die Klinikverwaltung in einer Pressemitteilung schreibt.

Die Auswirkungen der Corona-Krise und deren Bewältigung, die wirtschaftliche Lage und Zukunftspläne des kommunalen Klinikverbundes, die Fachkräftesituation, die Notfallversorgung und auch das aktuelle Thema Standort des Rettungshubschraubers am Klinikum Friedrichshafen interessierten die politischen Gäste sehr. Margita Geiger, Geschäftsführerin des Medizin Campus Bodensee, die beiden Chefärzte Prof. Dr. Christian Arnold und Prof. Dr. Volker Wenzel sowie Pflegedirektor Andreas Stübner beantworten die Fragen der FDP-Politiker ausführlich. Vor allem das, die baden-württembergischen Rettungshubschrauber-Standorte betreffende Gutachten, sorgte für eine angeregte Diskussion: Jochen Haußmann und seine Begleiter nahmen die Botschaft des Klinikums Friedrichshafen mit nach Stuttgart: „Wir sind gegen die Verlegung des Rettungshubschrauber-Standortes am Klinikum Friedrichshafen“.

Am Abend sprach Haußmann dann im GZH zum Thema „Quo vadis Gesundheit – sind wir auch morgen noch gut versorgt?“. Zu Beginn stellte er fest: „Insgesamt hat sich beim Corona-Ausbruch im Frühjahr gezeigt, dass unser Gesundheitswesen gut aufgestellt ist.“ Dennoch gelte es, Lehren daraus zu ziehen. So müsse die Vorratshaltung von Schutzkleidung verbessert und finanziert werden und zwar auch für Altenheime, Physiotherapeuten und andere. Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig die Gesundheitsämter bei der Kontakt-Nachverfolgung von Infektionen seien. Sie müssten personell und finanziell gestärkt werden und aus FDP-Sicht bei den Landratsämtern verbleiben. Die Angliederung ans Landesgesundheitsamt wie Minister Lucha es plane, wäre ein Fehler, denn die Pandemie zeige, dass in den Landratsämtern bei Bedarf schnell zusätzliches Personal rekrutiert werden könne.

Haußmann betonte der Pressemitteilung zufolge, dass ein zweiter Lockdown wie im Frühjahr nicht verkraftbar sei. Die negativen Auswirkungen des Stillstands im Frühjahr würden sich erst in den nächsten Monaten deutlich zeigen. Lokale und regionale Schutzmaßnahmen seien jetzt das Gebot der Stunde. Schritt für Schritt müsse man zur Normalität zurückkehren. Neue, weitere Corona-Verordnungen müssten durch die Parlamente kontrolliert werden. Das Land müsse zudem die Investionen in die Krankenhäuser deutlich erhöhen.

Das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärzte liege in Baden-Württemberg derzeit bei 55 Jahren. Für eine gute ambulante Versorgung werde deshalb auch die Telemedizin benötigt, besonders im ländlichen Raum. Weiter müsse man Ärztehäuser, genossenschaftliche Modelle und Versorgungszentren fördern. Für Heilberufe wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie müsse das das Schulgeld von bis zu 400 Euro im Monat in Baden-Württemberg, wie in anderen Bundesländern schon geschehen, abgeschafft werden.

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