Häfler Volleyballer auf Heimatbesuch in der Champions League

 In der Königsklasse kommt es zur Neuauflage des Vorjahresduells zwischen dem VfB Friedrichshafen (li. Marcus Böhme) und Jastrze
In der Königsklasse kommt es zur Neuauflage des Vorjahresduells zwischen dem VfB Friedrichshafen (li. Marcus Böhme) und Jastrzebski Wegiel (re. Trevor Clevenot). (Foto: Hafner/Imago)
Schwäbische.de
Sportredakteur

Die Auslosung der Champions-League-Gruppen hat dem VfB Friedrichshafen einige besondere Duelle beschert. Mit Vojvodina NS Seme Novi Sad aus Serbien trifft der Volleyball-Bundesligist auf den Heimatclub von Scout Radomir Vemic sowie den Verein, für den der serbische Libero Nikola Pekovic schon vier Saisons spielte. Außerdem geht es in Pool A wie schon in der Vorsaison gegen den polnischen Vertreter Jastrzebski Wegiel – Ex-Verein vom aktuellen Häfler Cheftrainer Mark Lebedew. Der dritte Gegner heißt Montpellier Volley UC (Frankreich). Vom 8. November 2022 bis zum 25. Januar 2023 begegnen sich die Teams jeweils im Hin- und Rückspiel.

Das Schicksal der Männerclubs hatte Losfee Isabelle Haak in der Hand. Sie lachte am Freitagabend in Brüssel laut VfB-Mitteilung noch kurz zuvor im Publikum auf, als der schwedischen Volleyballspielerin von Prosecco Doc Imoco Volley Conegliano aus Italien ein Duell gegen ihre Schwester Anna von Volley Mulhouse Alsace aus Frankreich zugelost wurde. An besonderen Begegnungen hatte Isabelle Haak dann scheinbar Gefallen gefunden, sodass nun einige Häfler ihrer Heimat einen Besuch abstatten werden.

So denkt Trainer Mark Lebedew über die Gruppe

Unter anderem eben Lebedew, der in Polen zu Hause ist und sein Team nun auf zwei Spielen gegen Jastrzebski Wegiel vorbereiten darf. „Polen ist ein großes und wichtiges Volleyballland“, wird Lebedew im VfB-Bericht auf der Homepage zitiert. „Dort zu spielen ist immer toll. Und das vor Freunden und Familie tun zu können, ist noch besser.“ Das Private ist in dem Fall der freudige Teil, denn sportlich gesehen sind die beiden Spiele gegen den polnischen Vizemeister eine große Herausforderung. „Es hätte einfacher kommen können“, meint Lebedew. Schon im Vorjahr unterlag der VfB den Polen zweimal. Zu Hause in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm gab es eine 0:3-Pleite, auswärts verlor Friedrichshafen mit 1:3. Ergänzt wird die Gruppe diesmal mit Montpellier – dort spielen die beiden Ex-Berliner Nicolas Le Goff und Renan Michelucci – sowie Novi Sad. „An einem guten Tag können wir solche Spiele aber gewinnen“, sagt Lebedew über die Spiele mit den beiden amtierenden Titelträgern ihrer Länder. In den Partien gegen Montpellier treffen mit Luciano Vicentin bei den Häflern und mit Ezequiel Palacios auf der anderen Netzseite zwei argentinische WM-Teilnehmer aufeinander.

Das Weiterkommen ist in diesem Jahr etwas einfacher als in den Jahren zuvor, als nur die Ersten und die drei besten Gruppenzweiten weiterkamen. In der Saison 2022/2023 qualifiziert sich nach wie vor der Gruppenerste für das Viertelfinale der Königsklasse. Alle fünf Gruppenzweiten und der beste Gruppendritte spielen die übrigens Viertelfinalplätze im Hin- und Rückspiel aus. Die vier restlichen Gruppendritten treten im Viertelfinale des niedrigeren CEV-Cups an, sodass nur die Letzten der Pools aus dem Europageschäft ausscheiden.

Zwei Siege und eine Niederlage in Chaumont

Die Mannschaft des VfB erfuhr mit Verzögerung von den Duellen. Seit Freitag stand das Team bei einem Vorbereitungsturnier im französischen Chaumont auf dem Feld. Gegen VK Lvi Prag aus Tschechien (3:0) und das Decospan Volley Team Menen aus Belgien (3:2) gab es zwei Siege. Die französischen Gastgeber Chaumont Volley-Ball 52 (1:3) waren hingegen zu stark für Lebedews Mannschaft, die aufgrund fünf fehlender Leistungsträger mit der VCO Berlin-Leihgabe Anton Jung an den Start ging. „Mit unserem aktuellen Trainingsstand und der Kaderstärke können wir durchaus zufrieden mit dem Verlauf des Wochenendes sein“, bilanziert Lebedew. „Wir haben uns vor allem auf Block und Abwehr konzentriert, was sehr gut funktioniert hat. Alle weiteren Dinge gehen wir in den kommenden Wochen an.“ Schon am kommenden Freitag und Samstag stehen die nächsten Prüfungen im französischen Nizza an. Dann werden mit den beiden Slowenen Ziga Stern und Kapitän Dejan Vincic zwei weitere WM-Teilnehmer an Bord sein. Zuvor reist Friedrichshafen aber noch zum Test beim Regionalligisten VfL Sindelfingen, um dort im Rahmen der Aktion „Spiel des Lebens“ das Aufstiegsspiel von 1984 aufleben zu lassen. Spielbeginn ist am Dienstag um 19 Uhr.

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Mehr Inhalte zum Dossier

Persönliche Vorschläge für Sie