Häfler Museumskonzept: Das hat der Rat beschlossen – und das nicht

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 Zwischen Museum und Werft soll es losgehen, mit einem eigenen Haus für die Kunst.
Zwischen Museum und Werft soll es losgehen, mit einem eigenen Haus für die Kunst. (Foto: Grafik: David Weinert / Quelle: Stadt FN)
Regionalleiter

Auf dem Markt, an den Stammtischen, vor allem aber im Internet sind die Eckpunkte des Museumskonzepts 2035 lebhaft diskutiert worden. Dabei sind Fakten, Beschlüsse, Ideen und reine Fantasie teils durcheinander geraten. Um die Debatte zu versachlichen, listen wir hier auf, was der Gemeinde beschlossen hat – und was nicht.

Das hat der Rat beschlossen

Das Schulmuseum wird renoviert und erweitert, das Zeppelin-Museum größer. Vor allem die Bereiche Kunst sowie Industrie- und Stadtgeschichte sollen ausgebaut werden. Als erster Schritt ist vorgesehen, ein eigenes Gebäude für die Kunstsammlung zu bauen, dort, wo heute BSB-Ticketing und Zoll sitzen. Danach sind Ausbauschritte Richtung Hafenbahnhof und Romanshorner Platz möglich. Mit der Familie Schmid-Maybach soll bis Juli 2019 eine Vereinbarung geschlossen werden, in welcher Form das Andenken an Wilhelm und Karl Maybach gepflegt wird. Mit den Verantwortlichen des Dornier-Museums wird über deren Wunsch nach Unterstützung verhandelt. Bis Juli 2019 muss die Verwaltung ein Konzept vorlegen, in welcher Form die Bürger der Stadt an der Erarbeitung des Museumskonzeptes beteiligt werden. Mit allen Grundstückseigentümern und heutigen Nutzern soll die Stadt Lösungen für die Zukunft finden.

Das ist noch nicht entschieden

Es gibt keine offizielle Kostenschätzung, also auch keinen Beschluss dazu, wie viel Geld die Stadt in die Museumserweiterung steckt. Auch das Ausstellungskonzept ist noch offen, ebenso der Zeitplan für das große Projekt. Über die Architektur der Erweiterungsbauten ist auch noch nicht entschieden worden.

Die jetzt genehmigten Eckpunkte haben die Fläche Zeppelin-Museum – BSB-Gebäude – Romanshorner Platz – Hafenbahnhof im Blick. Für den Rest des Hinteren Hafens, der ja städtebaulich aufgewertet werden soll, gibt es noch keinen Ratsbeschluss. Weil diese Entwicklung Zukunftsmusik ist, gibt es auch keine konkreten Überlegungen, ob und wohin der Vergnügungspark des Seehasenfestes dereinst umziehen könnte. Die Behauptung, dass die Museumserweiterung das Fest kippt, ist unrealistisch.

Die Verlegung des Fähranlegers ans Ende des Hafenbeckens ist bislang nur eine Idee. Ohne Zustimmung der Bodensee-Schiffsbetriebe wird sie sicher nicht umgesetzt. Auch über die Entwicklung der Werft und das Drumherum wird in Konstanz entschieden. Ruder-Club und Landes-Bau-Genossenschaft sind Eigentümer im Hinteren Hafen. Sie bestimmen, was mit ihrem Grund und Boden passiert. Die Esso-Tankstelle dagegen steht auf städtischem Gelände, ihr Betreiber hat einen Pachtvertrag mit der Stadt.

Dass der Großparkplatz am Hinteren Hafen bei einer städtebaulichen Entwicklung verschwindet, liegt auf der Hand. Es ist aber natürlich denkbar, dass dafür in unmittelbarer Nähe ein Parkhaus entsteht oder eine Tiefgarage.

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