Häfler Hip-Hop-Kombo feiert Heimerfolg beim Deutschland-Cup

Lesedauer: 6 Min
Weltmeisterin Rike Jürgens musste sich beim Deutschland Cup mit Platz drei zufrieden geben.
Weltmeisterin Rike Jürgens musste sich beim Deutschland Cup mit Platz drei zufrieden geben. (Foto: Jochen Dedeleit)
Jochen Dedeleit

Es war der letzte Wettbewerb des zweitägigen Deutschland-Cups im Hip Hop, den Hip-Hop-Battles und Electric Boogie in der Bodensee-Sporthalle – und somit die letzte Chance für die ausrichtende Häfler Tanzschule Heinrich, sich doch noch in die Siegerliste des traditionellen Jahresabschlusses der TAF („The Actiondance-Federation of Germany“) einzutragen. Und auch wenn Hip-Hopper nicht müde werden zu betonen, dass der Spaß im Vordergrund stehe, so war der Jubel doch groß, als der Sieg der Häfler „Alligators Crew“ in den Hip-Hop-Battles der Hauptgruppe feststand. Dazu gab es zahlreiche Top-Ten-Platzierungen der Tanzschule des Welt- und Europameisters Dominik Heinrich und seiner Partnerin Romina Feuchter, die meist die Qualifikation zu den Europameisterschaften 2020 in Potsdam bedeuteten.

Es war eine zweitägige Party mit 1300 Starts der zahlreichen Tanzschulen aus ganz Deutschland, die von den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gefeiert wurde. Unter ihnen einige absolute Topstars der Szene wie die Weltmeisterin Rike Jürgens aus Bremerhaven und Welt- und Europameister Sydney Amoo aus Hannover. Nun ist Dominik Heinrich selbst ebenfalls hochdekoriert, der 33-Jährige ließ es sich trotz Organisationsstress und Trainerfunktion nicht nehmen, mit der 23-köpfigen Hauptgruppen-Formation „PreKilla“, aber auch mit dem Kemptener Clemens Grill im Duo aufzutreten. Zu viel des Guten? „Wir hätten noch ein paar Trainingseinheiten einschieben müssen. Von nichts kommt nichts“, sagte Heinrich selbstkritisch zu Platz neun mit dem Allgäuer, der trotzdem die EM-Qualifikation einbrachte.

Mit „Prekilla“ wurde es schließlich Rang sieben, das knapp verpasste Finale war der Wermutstropfen, „die Leistung hat aber gestimmt. Alle waren happy über das Erreichte“. Dominik Heinrich konnte als aktives Mitglied der Formation auf „das Erreichte“ einwirken, „ich konnte ein paar Elemente aus dem Freestyle-Bereich einbringen. Aber auch ohne mich hätte es für die Top Ten gereicht“. Noch besser erging es der siebenköpfigen Hip-Hop-Hauptgruppe „ElementZ“, die auf Platz fünf tanzte, sowie der quantitativ gleich starken Hip-Hop-Juniorengruppe „S.M.A.R.T.“ Ob es für die Junioren zur EM reicht, dürfte sich an Pfingsten bei der deutschen Meisterschaft in Norderstedt entscheiden. Sicher dabei sind die Sechste Ilenia Errico und die Neunte Eslem Yozgattigil bei den Solo-Girls der Hip-Hop-Hauptgruppe sowie bei den Solo-Boys Rico Bühler (6.) und Oskar Schock (7.) wie auch Fabio Herke (6.) bei den Junioren 2. Insgesamt gingen 47 Starts auf das Konto der Häfler Tanzschule.

„Die EM-Quali war schon ein Ziel von mir, jetzt heißt es noch mehr trainieren. Die Konkurrenz hier war stark, aber ich würde mir einen Platz unter den Top drei schon zutrauen“, meinte eine überglückliche und selbstbewusste Ilenia Errico. Vor allem bei den Battles gab es auch Platzierungen im hinteren Teilnehmerfeld. „Unsere Jungs und Mädels sind noch jung, wenn dir da ein Sydney Amoo gegenübersteht, schluckst du erstmal“, weiß Dominik Heinrich.

Sydney Amoo war auch als Kampfrichter im Einsatz, gewann die Konkurrenz – und legte so gar keine Starallüren an den Tag. „Selbstbewusstsein, und somit dein Ausdruck, sowie Spaß sind am wichtigsten. Und nie aufgeben, jeden respektieren“, sagte der 20-Jährige über sein Erfolgsrezept. Der freiberufliche Tänzer, dessen Vater aus Ghana und Mutter aus Frankreich stammt, ist bereits Welt- und Europameister, Vizeweltmeister und will auch bei der EM im nächsten Jahr in Potsdam jubeln. Wie auch Rike Jürgens, die sich überraschend mit Platz drei zufrieden geben musste. „Natürlich bin ich damit nicht zufrieden, aber es kommt bei mir auf die Tagesform an. Manchmal bin ich nicht so kreativ, das ist wie im Fußball“, so die 17-jährige Weltmeisterin.

„Das Niveau war sehr hoch, auch wenn ein paar Formationen gefehlt haben, weil wir uns doch ziemlich im Süden befinden“, freute sich Organisator Heinrich nach den Wettkämpfen. Top sei auch die Organisation gewesen, „das Event war hervorragend vorbereitet und durchgeführt“, lobte Supervisor Carsten Rott.

Die süddeutsche Meisterschaft 2021 könnte das nächste Großereignis in Friedrichshafen sein, auch über eine EM diskutierte das Team der Tanzschule Heinrich bereits. „Die müsste aber in der Arena oder der Messehalle stattfinden, die Bodensee-Sporthalle ist aufgrund der erwarteten Teilnehmerzahl zu klein“, so Heinrich, der allerdings zu bedenken gibt, dass dies Titelkämpfe sind, die über rund fünf Tage gehen.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen