Brigitte Geiselhart

Sauberes Trinkwasser ist ein kostbares Gut – und in manchen Ländern alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Dass man aber mit vergleichsweise einfachen Mitteln vielen Menschen vor Ort unbürokratisch helfen kann, mit dieser Erfahrung ist der Häfler Georg Dent vor wenigen Wochen aus Fernost zurückgekommen.

Zusammen mit anderen Kunden und Mitarbeitern des weltweit tätigen Wassertechnologie-Unternehmens Xylem war der Geschäftsführer der Friedrichshafener Firma Mangold in Kambodscha, um dort zusammen mit der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation „Planet Water Foundation“ zwei Wassertürme in zwei Schulen aufzustellen. Außerdem wurden vier Solarsysteme in einem abgelegenen Dorf installiert. Insgesamt waren 16 Personen aus zehn Ländern an der Hilfsaktion beteiligt.

Mit von der Partie war auch Guido Kunz, Xylem-Gebietsverkaufsleiter aus Uhldingen-Mühlhofen. Laut aktuellem UN-Wasserbericht leben mehr als zwei Milliarden Menschen ohne sicheren Wasserzugang. Demnach müssen auch rund 850 Millionen Menschen täglich mindestens eine halbe Stunde unterwegs sein, um an Wasser zu gelangen. „Unser Unternehmen engagiert sich seit Jahren für sauberes Wasser in Kambodscha. Für uns geht es darum, unser Know-how im Bereich Wasser zu nutzen und dabei anderen zu helfen“, erklärt Guido Kunz.

Durch das „Waterdrop“ Treuepunkte-Programm werde Kunden beim Kauf von Xylem-Produkten ermöglicht, diese „Wassertropfen“ zu sammeln. Geld, das für den Bau von Wassertürmen eingesetzt werde. Dabei werde jeweils einigen Kunden per Losentscheid die Teilnahme an einem ehrenamtlichen Einsatz vor Ort ermöglicht. Bei der jüngsten Hilfsaktion hatte Georg Dent die Chance, mit dabei zu sein. „Nicht nur dabei sein, sondern Ärmel hochkrempeln und Hand anlegen war gefragt“, sagt der Häfler.

„Jeder Wasserturm ist so ausgelegt, dass er schnell und unkompliziert aufgebaut werden kann, sowie einfach und manuell zu warten ist. Mit einer Ultrafiltrationsanlage produzieren die Wassertürme täglich bis zu 10 000 Liter sauberes Wasser und können so mehr als 1000 Menschen mit Trinkwasser versorgen.“ Betrieben werden die Wassertürme nur mit Schwerkraft – ohne Strom und Chemikalien.

„Man kann schon mit relativ geringem Aufwand viel erreichen. Wenn aus gelblich-trübem Grundwasser plötzlich Trinkwasser wird, dann ist das schon eine tolle Sache und für die Bevölkerung ein großer Fortschritt“, erzählt Georg Dent, der gerade auch von den Kontakten mit den Einheimischen begeistert und emotional berührt war.

„Es ist sehr beeindruckend, in die Augen von Kindern zu blicken, die trotz aller Armut genauso viel Glück ausstrahlen, wie Kinder, die in Wohlstand und Überfluss aufwachsen“, sagt er und erzählt davon, dass anlässlich der Eröffnung der Wassertürme sogar ein richtiges Fest gefeiert wurde.

Nicht zuletzt wurden Kinder und Erwachsene auf spielerische Art und Weise darin geschult, was in punkto Hygiene so alles zu beachten ist. Entsprechende Hygieneartikel wie Seife, Zahnbürste und Zahnpasta – aber auch Schulmaterialien wie Stifte oder Schreibhefte – wurden natürlich in lokalen Geschäften eingekauft. „Die Nachhaltigkeit des Projekts spielt für uns eine große Rolle“, fasst Guido Kunz zusammen.

„Die Technik ist bewusst einfach gehalten, so dass die Leute nach entsprechender Schulung selbst damit umgehen können. Letztlich geht es um Hilfe zur Selbsthilfe.“ Dass sich die Firmen Xylem und Mangold in dieser Richtung auch in Zukunft weiter engagieren werden, daran lassen Guido Kunz und Georg Dent keinen Zweifel.

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