Großeinsatz nach Feueralarm auf dem Bodensee: Schiff in Hafen zurück geschleppt

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Feueralarm auf dem See: Auf der MS Lindau geht am frühen Sonntagabend kurz hinter der Hafenausfahrt nichts mehr. Rauch im Motorraum lässt das Schiff stoppen, der Kapitän setzt einen Notruf ab.

Die MS Schwaben, von Kressbronn auf dem Weg nach Friedrichshafen, dreht bei und nimmt die Passagiere an Bord. Die Feuerwehr entdeckt später keinen Brandherd und geht von einem „technischen Problem“ aus.

Feuerwehr stellt Notfallcontainer auf

Die MS Schwaben, die zuvor die Fahrgäste der MS Lindau und ihre eigenen Passagiere – insgesamt 21 Menschen – in Friedrichshafen abgesetzt hat, fährt wenige Minuten später wieder zur MS Lindau, um sie in den Hafen zu schleppen. Sie geht längsseits und kehrt in Begleitung von Feuerwehr-, Polizei- und DLRG-Booten mit dem beschädigten Schiff zurück.

Währenddessen hat die Feuerwehr zwischen Kiesel und Zeppelin-Museum den Container „AB Sozial“ aufgestellt, damit die Notärzte die Passagiere untersuchen können.

Das ist nötig, weil zu der Zeit keinerlei Räume in näherer Umgebung zur Verfügung stehen. „Da sind wir schneller mit unseren eigenen Ausrüstungen, als jetzt jemanden zum Aufschließen öffentlicher Räume zu rufen“, meint Stadtbrandmeister Louis Laurösch.

Professionell und unaufgeregt geht der gesamte Einsatz vonstatten. Kaum hat die MS Lindau angelegt, steigen Feuerwehrkräfte mit schwerem Atemschutz zu, um im Motorraum nach Feuer oder anderen Hitzequellen zu suchen.

Brandherd kann nicht gefunden werden

Einen Brandherd finden sie dort nicht. Man gehe von einem technischen Defekt aus, teilt die Feuerwehr gegen 20 Uhr mit.

Die Feuerwehr ist mit 29 Kräften in Fahrzeugen und auf zwei Booten ausgerückt. Die DLRG hat 16 Mitglieder vor Ort und in der Schnelleinsatzgruppe von Johanniter Unfallhilfe und Deutschem Roten Kreuz (DRK) sind 14 Mitglieder im Einsatz.

Jugendfeuerwehrleute werden zu Augenzeugen

Mit an Bord der MS Schwaben sind drei Jugendliche aus Kressbronn, denen „bei solch einem Schmuddelwetter in Kressbronn langweilig“ ist und die „mal wieder Schiff fahren“ wollen.

Dustin, Luca und Johannes sind auf der MS Schwaben, als schwarzer Rauch aus dem Schiff steigt, das vor Friedrichshafen liegt. „Unser Schiff ist dort sofort hingefahren, und wir haben die Passagiere aufgenommen“, erzählt Luca.

Die Rettungsdienste der Sondereinsatzgruppe (SEG) von Johannitern und DRK sind mit 14 Personen im Einsatz.
Die Rettungsdienste der Sondereinsatzgruppe (SEG) von Johannitern und DRK sind mit 14 Personen im Einsatz. (Foto: Ralf Schäfer)

Er und Johannes sind bei der Jugendfeuerwehr und werden am Dienstag bei einer Übung auf einem Schiff in Kressbronn dabei sein. „Das war jetzt mal ein Vorgeschmack“, feixt Johannes.

Auch sie werden wie die anderen Passagiere im Container der Feuerwehr im Friedrichshafener Hafen untersucht. Dort gibt es auch eine kleine, süße Stärkung und etwas zu trinken. „Wir machen uns jetzt noch eine nette Zeit in Friedrichshafen,“ sind sich die drei Kressbronner einig und verlassen den mit rot weißem Flatterband abgesperrten Bereich.

Die Einsatzkräfte haben noch etwas mehr Arbeit.

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