Grüne begrüßen Frauenförderung an der DHBW

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 Professor Heinz-Leo Dudek zeigt den Grünen-Gemeinderätinnen Anna Hochmuth, Stephanie Glatthaar und Regine Ankermann (von links)
Professor Heinz-Leo Dudek zeigt den Grünen-Gemeinderätinnen Anna Hochmuth, Stephanie Glatthaar und Regine Ankermann (von links) die DHBW. Mit auf dem Foto ist die MINT-Mentoring-Projekts, Petra David (Zweite von rechts). (Foto: Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Friedrichshafen)
Schwäbische Zeitung

Um sich über den DHBW-Campus Friedrichshafen zu informieren, haben sich Mitglieder der Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Dualen Hochschule im Fallenbrunnen mit Dekan Heinz-Leo Dudek ausgetauscht. Auf besonderes Interesse stieß das MINT-Mentoring-Pilotprojekt.

„Wir bilden Studierende für die regionale Wirtschaft aus und arbeiten darüber hinaus an spannenden Projekten“, leitete Prof. Dr. Heinz-Leo Dudek, Dekan der Technik-Fakultät, seine Präsentation ein. 43 Prozent der Studierenden kämen aus der Region (Postleitzahlbezirk 88), mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Absolventen steigt hier nach dem Bachelor-Studium in den Beruf ein. Hatte man beim Start der DHBW in Friedrichshafen 2004 noch 200 Studienanfänger, so waren es im vergangenen Jahr 578 – so viele wie nie. Sie verteilen sich auf die Fächer Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurswesen, Informatik sowie Luft- und Raumfahrttechnik. Insgesamt studieren rund 1500 junge Menschen an der DHBW-Außenstelle in Friedrichshafen.

Außer der Arbeit im Betrieb und dem Theorieteil in der DHBW, gehören auch Projektarbeiten zum Studium dazu, erfuhren die Grünen laut Eigenbericht. In den DHBW-Gebäuden sind Labore und Werkstätten eingerichtet, in denen die Studierenden beispielsweise an Apfelpflückrobotern und unbenannten Flugsystemen arbeiten oder in der sogenannten Lernfabrik einen Roboter (weiter-)entwickeln, der Menschen mit Behinderungen die Arbeit erleichtert, heißt es weiter.

Etwas verwundert seien die Stadträtinnen Anna Hochmuth, Regine Ankermann und Stephanie Glatthaar gewesen, dass das Vertiefungsfach Energie- und Umwelttechnik im Studiengang Elektrotechnik nur wenig nachgefragt werde. Der Grund: „Es gibt keine Firmen mit entsprechenden Arbeitsplätzen in der Region“, sagte Dekan Dudek.

Sehr positiv nahmen die Grünen-Frauen das Pilotprojekt „MINT-Mentoring“ auf, das von der Ravensburger Grünen-Bundestagsabgeordneten Agniezka Brugger unterstützt wird. Das Projekt ist im Februar 2019 gestartet, um langfristig den Frauenanteil von durchschnittlich 17 Prozent zu erhöhen und die Studienfächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik für Frauen attraktiver zu machen. „Die Zukunftschancen in den MINT-Bereichen sind sehr groß, aber leider ist das bei den Frauen noch nicht angekommen“, beschrieb DHBW-Projektleiterin Petra David das Dilemma. Persönliche Mentoren, Workshops und andere Veranstaltungen sollen die Studentinnen bei der beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützen und sie auf Führungsverantwortung vorzubereiten. „Es muss normal sein, dass Frauen in Führungspositionen sind, und wir leisten einen kleinen Beitrag dazu", begrüßt Heinz-Leo Dudek das Projekt.

Die Grünen-Fraktion hält eine Fortführung für sinnvoll. „Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, dass Sie die erforderlichen Mittel akquirieren können“, sagte Fraktionsvorsitzende Anna Hochmuth. Die Grünen nutzten den Besuch auch, um weitere Themen anzusprechen. So regte Regine Ankermann merkte an, dass bei der Begrünung und der Grünpflege des DHBW-Campus noch Luft nach oben sei. In dem Zusammenhang wies sie deutlich auf einen Baum hin, der schon bei geringsten Niederschlägen im Wasser steht, „Weil der Wurzelbereich in der Bauphase total verdichtet und trotz Hinweisen vor Monaten durch die Stadt offenbar noch nichts unternommen wurde".

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