Die Entscheidung, ob das neue Karl-Olga-Haus ein Gründach erhalten soll, wird der Gemeinderat Ende April ohne Empfehlungsbeschlu
Die Entscheidung, ob das neue Karl-Olga-Haus ein Gründach erhalten soll, wird der Gemeinderat Ende April ohne Empfehlungsbeschluss eines Ausschusses treffen müssen. (Foto: Ralf Schäfer)

Die Entscheidung, ob das neue Karl-Olga-Haus ein Gründach erhalten soll, wird der Gemeinderat Ende April ohne Empfehlungsbeschluss eines Ausschusses treffen müssen. Nachdem schon der Finanz- und Verwaltungsausschuss (FVA) am Montag keine Entscheidung getroffen hatte, verzichtete am Mittwoch auch der Bauausschuss darauf – und beauftragte die Stadtverwaltung stattdessen, einen Kostenvergleich zu liefern, der realistischer ist als der vorliegende.

In ihrem Beschlussantrag hatte die Verwaltung zwar ein Gründach vorgesehen, allerdings eindringlich auf die Mehrkosten von 420 000 Euro hingewiesen. In der FVA-Sitzung äußerten sich mehrere Räte dahingehend, dass der Nutzen eines Gründachs in keiner Relation zu diesen Kosten stünde und man mit dem Geld an anderer Stelle bessere ökologische Effekte erzielen könnte. Allerdings waren die Räte offenbar von falschen Voraussetzungen ausgegangen – nämlich davon, dass diese 420 000 Euro der Kostendifferenz zwischen Grün- und Kiesdach entsprechen. Wie sich nun auf Nachfrage im Bauausschuss herausstellte, ist in der Planung allerdings lediglich der einfachste Standard, ein Foliendach ohne schützende Kiesschicht, vorgesehen. Dessen durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 20 Jahren, jene eines Dachs mit extensiver Begrünung bei 40 Jahren.

CDU-Rat Daniel Oberschelp warf der Verwaltung vor, die ökologischen Vorteile des Gründachs bewusst teurer dargestellt zu haben als diese eigentlich sind. Wenn man ein „vernünftiges Dach“ gegenüberstelle, blieben vielleicht nur noch 250 000 Euro als Differenz übrig. Und genau das soll die Verwaltung nun bis zur Gemeinderatssitzung tun. Zeitweise drohte die Debatte über das Gründach in eine Generalkritik am Gesamtprojekt zu münden. So fühlten sich manche Räte an mehrere Anregungen aus ihren Reihen erinnert, die im Verlauf des Verfahrens abgeschmettert worden waren – zum Beispiel viertes Geschoss, Nahwärmeversorgung oder Vertikalbegrünung des Karl-Olga-Hauses.

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