Die Sänger stecken die Zuhörer mit ihrer Energie an.
Die Sänger stecken die Zuhörer mit ihrer Energie an. (Foto: julian pawlowski)
Schwäbische Zeitung
Renate Habermaas

Mit Gospelicious, dem Landesgospelchor Baden-Württemberg, ist am Freitagabend im Graf-Zeppelin-Haus viel gesangliche Power auf die Bühne gekommen. Mit ihrem Programm aus neu bearbeiteten traditionellen Afro-American Spirituals und mehreren Eigenkompositionen entführte der Chor die Zuhörer in die Welt der modern interpretierten Gospels.

Es war ein Benefizkonzert zugunsten der Bahnhofsmission Friedrichshafen, deren Leiter Detlef Luf schon vor Beginn des Konzerts ahnungsvoll meinte: „Das ist eine große Nummer”. In seiner kurzen Rede, vor dem mehr als vollen Saal, sprach er über die Aufgaben der Bahnhofsmission: „Wir bieten Hilfe da an, wo Not ist und achten die Menschenwürde. Jeder Mensch ist für uns gleich. Das ist die Mission der Bahnhofsmission”. Auch Bürgermeister Andreas Köster lobte in seiner Ansprache das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die das Herz am rechten Fleck hätten.

Schwungvoll und mit viel Elan

Dann liefen die Sänger von Gospelicious herein und stellten sich auf die Bühne. Nicht nur der Auftakt war mitreißend, bis zum Schluss blieb die Dynamik erhalten mit der viele Soloeinlagen im Zusammensingen mit dem Chor über die Bühne liefen. Mit „Motherless Child” ging es zurück zu den Ursprüngen der Gospelmusik und auch die A-capella Songs „Poor Mourner“ und „Precious Lord“ gehörten zu den Gospelklassikern.

Bei „Freedom“, dem Gospel bei dem der sehnliche Wunsch nach Freiheit thematisiert wurde, klatschten die Sänger im Gegenrythmus des Gesangs, liefen auf der Stelle und begleiteten so den Gesang mit ihren schnellen Schritten. Eine Bewegung, die dem Lied viel Dynamik und erfrischende Abwechslung beimischte. Unter den Gospels waren auch viele Selbstkompositionen vom Dirigenten York Sommer, vom Keyboarder Michael Friedinger und vom Bassisten Andreas Reif dabei, moderne Kompositionen, die sich um den Glauben drehten, so wie in „Comin` Home” um die Geschichte vom verlorenen Sohn oder in „He will Make a Way” um die Zuversicht, dass Gott einen Weg findet.

Fetzig, schwungvoll und mit viel jugendlichem Elan steckten die Sänger ihre Zuhörer mit der pulsierenden Energie an, mit der sie die Gospels sangen. Immer waren die Sänger und der Dirigent selbst in Bewegung, sei es durch Schrittfolgen oder Hüftbewegungen, durch Klatschen und zogen die Zuhörer mit ihrer ungebremsten Gesangspower mit in einen Sog der Begeisterung. „Es war der absolute Hammer. Ich könnte noch zwei Stunden zuhören”, meinte eine Rentnerin aus Kluftern, die das Konzert einmalig fand. „Das sind besondere Stimmen und es ist toll, dass sich die Jugend so engagiert”, sagte ein weiterer Zuhörer, dem das Konzert ebenfalls gefallen hat. Am Ende gingen zufriedene Zuhörer nach Hause, die von der modernen Art des Gospelgesangs begeistert waren.

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