Global Formula Racing präsentiert neues Rennauto

 So sieht der neue Elektro-Rennwagen vom Typ GFR20e aus.
So sieht der neue Elektro-Rennwagen vom Typ GFR20e aus. (Foto: Global Formula Racing e.V.)
Schwäbische Zeitung

Das Global Formula Racing-Team der Dualen Hochschule (DHBW) Ravensburg, Campus Friedrichshafen, hat am Donnerstag vergangener Woche per Livestream aus den Räumlichkeiten des RITZ den neuesten Elektro-Rennwagen für die aktuelle Formula Student-Saison vorgestellt. Das Fahrzeug „GFR20e“ sei in den vergangenen Wochen unter Einhaltung aller geltenden Corona-Maßnahmen fertiggestellt worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Nun stehen die ersten Testfahrten an und dann geht es auch bald auf die Rennstrecke bei den Veranstaltungen der Formula-Student.

Der Rektor der DHBW Ravensburg, Herbert Dreher, war der Veranstaltung zugeschaltet und brachte während seiner Rede seine Wertschätzung den Studierenden gegenüber zum Ausdruck. Auch Robert Paasch, Team-Verantwortlicher an der Oregon State University (OSU), fand positive Worte über das Team und vor allem über die Zusammenarbeit zwischen den beiden Hochschulen. Aus diesem Grund waren auch Studierende der OSU per Video beim Rollout vertreten.

Seit mehr als zehn Jahren besteht bereits eine Kooperation zwischen den Studierenden an den beiden Hochschulen, die zusammen das Global Formula Racing-Team bilden. Zum ersten Mal erfolgte hierbei nun die Entwicklung eines komplett baugleichen Rennwagens. In den Jahren zuvor war an der OSU noch der Verbrenner gebaut worden, aber um den Trends der Automobilbranche und auch sich ändernden Regeln bei den Veranstaltungen gerecht zu werden, erfolgte in diesem Jahr auch hier die Umstellung auf ein elektrisches Fahrzeug, wie der Mitteilung weiter zu entnehmen ist.

Auf beiden Kontinenten wird konstruiert, geplant und gefertigt, bis schließlich die Bauteile zwischen den Universitäten ausgetauscht werden. Die Koordination erfolgt hierbei zeitgemäß mithilfe zahlreicher Google-Tools.

Trotz der Distanz zwischen den einzelnen Teams: Die Erfolge können sich sehen lassen. Während die Ära des Verbrenners mit einem 10. Platz auf der Weltrangliste zu Ende geht, steht der elektrische Rennwagen zurzeit auf dem 31. Rang von über 200 Teams. Doch bei den Ergebnissen kommt es nicht nur auf das schnellste Fahrzeug an, auch abseits der Rennstrecke, in statischen Disziplinen, muss sich das Team in den Feldern Engineering und Wirtschaft beweisen.

Und nun steht mit dem GFR20e der neueste Rennwagen aus Friedrichshafen/Corvallis im Haus. Und dies in doppelter Ausführung. Dies bedeutet „doppelte Testzeit, doppelter Beweis der Verlässlichkeit und eine nochmals gesteigerte Innovationskraft”, so Dajana Thoebes, Moderatorin des Abends und Management-Team-Mitglied.

Neben der Erläuterung der Team-Philosophie und der Teamstruktur wurden von Dajana Thoebes auch schon Details des Fahrzeuges benannt, bevor an die Technischen Leiter abgegeben wurde.

Marcel Dirschinger und Joshua Chill erläuterten einige neue Elemente und Designänderungen am Fahrzeug: So setzt das Team beispielsweise auf in Zusammenarbeit mit EMB in Biberach entwickelte Hochleistungs-Radnabenmotoren mit insgesamt 112 KW (150 PS) Leistung. Um diese mit genügend Energie zu versorgen, wurde in diesem Jahr auch das Chassis verändert. Leichte Änderungen an der Aerodynamik runden das zehnte eCar des Teams ab.

Dass sich diese Änderungen und die Anstrengungen des Teams gelohnt haben, wurde beim ersten Rennen in den USA deutlich: Ein erster Platz in allen dynamischen Disziplinen und somit ein klarer Sieg für das amerikanische eCar lassen auf beiden Seiten des Atlantiks schnell die arbeitsreiche Zeit vergessen. „Schließlich ist jedes Auto, ob an der OSU oder an der DHBW gebaut, ein Gemeinschaftsprojekt“, wie Joshua Chill deutlich macht. Er betonte abschließend, wie sehr das Team seinen Sponsoren dankbar sei, egal ob es sich um kleinere Betriebe oder große, internationale Firmen handele.

Nun bleibt für die Studierenden nur noch Eines zu tun: Testen was das Zeug hält, bis der deutsche Wagen dann Anfang August am Circuit de Barcelona zum ersten Mal auf die Konkurrenz trifft.

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