Gewalt kommt bei den Bäckern nicht in die Tüte

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Die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ macht auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Waltraud Schumacher und Daniela Baumhauer
Die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ macht auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Waltraud Schumacher und Daniela Baumhauer (Soroptimistinnen), Georg Beetz (Kreishandwerkerschaft), Bäckermeister Alexander Ulmer, die Bäckereifachverkäuferinnen Irina Otzofszky und Lena Henzeler sowie Frauenbeauftragte Veronika Wäscher-Göggerle (von links) werben für die Aktion. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der Nummer 08000 / 11 60 16 erreichbar sowie im Internet unter

www.hilfetelefon.de

Die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ soll mit einer Verpackung für Brot und Brötchen auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Die Aktion wurde von der Frauen- und Familienbeauftragten des Bodenseekreises, Veronika Wäscher-Göggerle, und der Bäckerinnung initiiert. Mit den in Pink und Schwarz bedruckten Tüten soll auf ein Tabuthema aufmerksam gemacht werden.

Denn was bei den beteiligten 35 Bäckern mitsamt aller Filialen nicht in die Tüte kommt, ist leider Realität. Häusliche Gewalt ist ein Thema, über das kaum gesprochen wird. Seit 1981 ist der der 25. November der „Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“. Wer dann in den Betrieben der östlichen und westlichen Bäckerinnungskreise Brötchen und Brezeln kauft, erhält nicht die gewohnte Bäckertüte, sondern einen Sonderdruck mit dem Slogan „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Damit möchte das Bäckerhandwerk seine Kunden für das Thema sensibilisieren und das scheint zu funktionieren. „Kunden stutzen oft schon, wenn sie eine andere Tüte in der Hand halten und es kommen immer wieder Nachfragen, was es mit der Aktion auf sich hat. Manchmal erkundigen sie sich auch noch Tage später danach“, sagt Bäckermeister Alexander Ulmer.

50 000 Tüten sind im Bodenseekreis im Umlauf und „die Bäcker geben die Tüten oft noch Tage nach dem offiziellen Termin an ihre Kunden heraus“, freut sich die Frauen- und Familienbeauftragte des Landkreises über den Einsatz der beteiligten Betriebe, „die sich somit auch für ihre Kundinnen einsetzen“. Neben der Sensibilisierung für das Thema häusliche Gewalt ist auf der Rückseite auch die Internetadresse und die 24-Stunden-Hotline des Hilfetelefons aufgedruckt. Dort können sich Frauen und Mädchen melden, die von gewaltsamen Übergriffen betroffen sind. Ihnen wird dann schnell und diskret Hilfe zuteil.

Gesponsert wird die Aktion dieses Jahr vom Soroptimist International Club Friedrichshafen/Bodenseekreis. „Jedes Jahr verkaufen wir am Seehasenmontag im Zelt der Ochsenbraterei Kaffee, Kuchen, Tapas und Desserts“, sagt Waltraud Schumacher von den Soroptimistinnen. Die Einnahmen spendet der Club für soziale Zwecke. „Wir haben uns in diesem Jahr für diese Aktion entschieden, um auch ein Zeichen zu setzen“, fügt Präsidentin Daniela Baumhauer hinzu.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der Nummer 08000 / 11 60 16 erreichbar sowie im Internet unter

www.hilfetelefon.de

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