Projektverantwortliche, Stadtteilmütter und Vertreter von Kindergärten, Schulen und Kommune freuen sich über den zehnjährigen E
Projektverantwortliche, Stadtteilmütter und Vertreter von Kindergärten, Schulen und Kommune freuen sich über den zehnjährigen Erfolg des Sprachförder- und Elternbildungsangebots „Rucksack“. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Das kunterbunte „Rucksack“-Boot hat Ende Juni Station in Friedrichshafen gemacht. Gemeinsam mit Elternbegleitern, Partnerorganisationen, Vertretern von Kindertagesstätten und Schulen, von Migrantenvereinen und Kommunen sowie am Programm teilnehmenden Eltern und Kindern feierte die Caritas Bodensee-Oberschwaben das zehnjährige Bestehen des erfolgreichen Sprachförder- und Elternbildungsangebotes „Rucksack“ in Friedrichshafen.

„Die Einbindung von muttersprachlichen Stadtteileltern ist ein Erfolgsfaktor des Programms“, sagte Angelika Hipp-Streicher, die am 1. Juli die Leitung der Offenen Familienhilfe abgegeben und dafür die Caritas-Fachleitung „Familie und Integration“ übernommen hat. Ihr Nachfolger im Caritas-Dienst Familienhilfen und Migration ist Stefan Fischer. „Rucksack“, so Hipp-Streicher, berücksichtige die Entwicklung der Kinder in Bezug auf ihre Lebenswelt und Familie. Die Ressource Mehrsprachigkeit werde für die frühzeitige Sprachentwicklung genutzt und alltagsintegriert umgesetzt. „Die Eltern werden in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt und aktiv an der Sprachentwicklung ihrer Kinder beteiligt.“

Die Stadt Friedrichshafen habe sich von Anfang an für eine frühzeitige Integration eingesetzt und ihre Unterstützung zugesagt, betonte Hipp-Streicher. So konnte das „Rucksack“-Projekt 2007/08 bereits mit fünf Gruppen an den Start gehen und wurde in den vergangenen zehn Jahren ausgebaut. Im laufenden Kindergartenjahr 2016/17 gibt es in verschiedenen Kindergärten insgesamt neun „Rucksack“-Gruppen mit 57 Familien und 70 Kindern mit über 20 verschiedenen Nationalitäten. Seit 2011 wird zudem das Programm „Rucksack“ an der Grundschule umgesetzt – aktuell an vier Schulstandorten. „Rucksack funktioniert so gut, weil Sie alle sich dafür engagieren. Dafür gebührt Ihnen unser herzliches Dankeschön“, sagten Hipp-Streicher und die Koordinatorin der Sprachförderprojekte, Magdalena Hriny, zu den Festgästen. Natascha Garvin, Leiterin der Stabsstelle Integration bei der Stadt Friedrichshafen, gratulierte zum zehnjährigen Bestehen des Programms, vor allem aber auch zu dem hohen Zuspruch, den die Sprachförderangebote von allen Seiten erfahren. Die Caritas habe in Friedrichhafen ein stimmiges Gesamtprogramm geschaffen, das auch in den kommenden Jahren durch die Stadt gefördert und gemeinsam mit allen Beteiligten weiterentwickelt werde, sagte sie.

Zeitzeugen berichteten von den „Rucksack“-Anfängen in Friedrichshafen, darunter Martin Belser, langjähriger Caritas-Fachleiter Familienbezogene Hilfen, der den Samen für das Projekt gelegt sowie dieses in all den Jahren begleitet hat und sich Ende Juni in den Ruhestand verabschiedete. Auch er dankte der Stadt Friedrichshafen und deren Gemeinderat für das wertschätzende, kooperative und langfristige Miteinander. „Wir hoffen einfach, dass es so weiter geht“, war er sich mit anderen Projektbeteiligten einig – darunter die frühere Leiterin des Familienzentrums Noadja, Sigrid Bitzer-Krapf, oder auch Nisa Özdemir, „Ruckack“-Kind aus dem Jahr 2007, und ihre Mutter Hawa, die sich heute noch als Stadtteilmutter engagiert. Eltern, Kinder und Einrichtungen profitieren von dem Angebot, so die einhellige Meinung. Dies bestätigten auch weitere Stadtteilmütter, die von ihrer Arbeit und ihrer durch diese geprägten persönlichen Entwicklung, von ihren Erfolgen, schönen Erlebnissen und vielen Aktionen berichteten.

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