Pfarrer Hannes Bauer holt letzte Statements der versammelten Podiumsgäste ein.
Pfarrer Hannes Bauer holt letzte Statements der versammelten Podiumsgäste ein. (Foto: Helmut Voith)
Helmut Voith

Besonders in Zeiten, in denen die Kirchen kritisch unter Beobachtung stehen, ist es wichtig, dass jede einzelne Gemeinde ihre Arbeit reflektiert: Wo stehen wir, was ist zu tun, welche Ansatzpunkte, welche Trends sind zu erkennen?

Um eben diese Fragen in den Raum zu stellen, hat die evangelische Bonhoeffer Kirche am Donnerstagabend bei ihrer turnusgemäßen Visitation durch Dekan Friedrich Langsam und Schuldekan Frank Eberhardt vom Kirchenbezirk Ravensburg der evangelischen Landeskirche in Württemberg zu einem Gemeindeforum unter dem Aspekt „Vernetzte Gemeinde“ eingeladen. Als Gast war auch Co-Dekan Gottfried Claß von der Schlosskirchengemeinde dabei.

Um den sprichwörtlichen Blick über den (nicht vorhandenen) Kirchturm zu wagen, hatte Pfarrer Hannes Bauer als Podiumsgäste Vertreter der verschiedensten Gruppen eingeladen, mit denen die Gemeinde vernetzt ist: Kindergarten, Kinderhaus Habakuk und angrenzende Schulen ebenso wie das Seniorenzentrum Wilhelm-Maybach-Stift. Dazu kamen Jugendliche, junge Eltern und Ehemalige aus der Gemeinde, dabei war auch Dekan Bernd Herbinger von katholischer Seite, Tillmann Stottele, der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbeauftragte der Stadt, und eine Vertreterin der Schwäbischen Zeitung. Erste Impulse wie „Funktioniert Kirche ohne Netzwerk?“ oder „Nicht ich habe das Netz – das Netz hat mich“ sorgten für den Einstieg. Gemeindearbeit solle kein Solo-Gang, sondern auf Gemeinschaft und Teamarbeit ausgerichtet sein, ihre Aufgabe sei, „das Netz weiterknüpfen, dass es dich und mich hält.“

Die Verbindung zur Gemeinde

Moderiert von Pfarrer Bauer und dem Kirchengemeinderatsvorsitzenden Uwe Barkmann beantworteten die Podiumsgäste in kleineren Gruppen Fragen wie: „Was verbindet mich mit der Bonhoeffer Gemeinde, wie könnte man ihr Profil beschreiben, welchen Beitrag leistet die Gemeinde für die Menschen in unserer Stadt, welche Anregungen gibt es für die weitere Arbeit?“

Allen Antworten gemeinsam war der positive Tenor und das Wohlfühlen in der Gemeinde. Gelobt wurde die besondere Willkommenskultur, die Offenheit für Themen, auch im Bereich der Kunst, die kreativen Gottesdienste, die überall erkennbaren Netzwerke. Bernd Herbinger sah eine kleine, junge, überschaubare, lebendige Gemeinde, in der Vernetzung gelingt: „Groß im Kleinen“. Gelobt wurde die gute Seele und die gute Atmosphäre: „Wir sind willkommen.“ Gerühmt wurde die Vielfalt des Gemeindelebens: „keine Monokultur, sondern eine bunte Blumenwiese“. Anregungen gab es für ein Nachdenken über das Verhältnis von Gesamtkirchengemeinde und Einzelgemeinden, für eine Zusammenarbeit mit bürgerschaftlichen Initiativen, beispielsweise im Schutz für Natur und Umwelt und ganz konkret für ein E-Piano. Wunderbar haben die jungen Musiker Sven Hanagarth an Klavier und Orgel und Julius Weiland an der Bratsche den Abend gestaltet. Nach Abendsegen und einem Segenslied ging man noch lange nicht auseinander.

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