Gefunkt hat es beim Tanztee

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 Mary und Helmut Wild haben noch immer sichtlich viel Spaß miteiannder.
Mary und Helmut Wild haben noch immer sichtlich viel Spaß miteiannder. (Foto: Ruth-Maria Schwamborn)
Ruth-Maria Schwamborn

Das Fest der Goldenen Hochzeit hat am vergangenen Freitag das Ehepaar Helmut und Mary Wild aus Fischbach gefeiert. Ordentlich gefunkt hatte es zwischen den beiden, damals beim Tanztee im Hafenbahnhof. Sie war zu dem Zeitpunkt gerade mal süße 16 und er mit seinen 19 Jahren nicht viel älter. Helmut Wild war Mitglied in der Tanzkapelle „Condor“ und machte mit seinem Kontrabass augenscheinlich etwas her, was der zukünftigen Frau Wild nicht entgangen war. Das blieb nicht ohne Folgen und die erste Verabredung bei einem Freund zur Feuerzangenbowle stand schon bald fest. Doch bereits diese Verabredung sollte jäh beenden, was so romantisch begonnen hatte. Durch ein Missverständnis verpassten die beiden sich am besagten Treffpunkt am Stadtbahnhof. Ihr war schnell klar, dass so ein Musiker halt doch ein Luftikus ist und Verabredungen mit Mädchen nicht ganz so ernst nimmt. Nicht so Helmut Wild! Er wartete brav auf seine Angebetete. Das Problem: Er wartete im Gebäude, sie davor. Daraufhin war der Tanztee für Mary Wild erst einmal keine Option mehr. Doch wie das Schicksal manchmal so spielt, bekamen die Zwei eine erneute Chance als sie sich zwei Jahre später zufällig wieder trafen und den Nachmittag zusammen verbrachten. Da war beiden klar: „Das mit uns, das hat Zukunft“.

Doch musste Mary Wild ihre neue Arbeitsstelle in Stuttgart antreten und so wurde das Ganze erst einmal eine Wochenendbeziehung – die erste Bewährungsprobe für die junge Liebe. Doch vier Jahre später sollte es dann soweit sein: Helmut Wild machte den Gang zum Vater seiner zukünftigen Braut und hielt standesgemäß um die Hand der Tochter an. So wurde am 31. August1968 standesamtlich geheiratet. Die kirchliche Trauung erfolgte eine Woche später in Fischbach St. Magnus und sechs Jahre später machte die Geburt der Tochter und drei Jahre später die des Sohnes, das Glück perfekt.

Mary und Helmut Wild sind keine Unbekannten in Friedrichshafen. So war Helmut Wild, abgesehen von seinem Schulleiterdienst, Vereinspräsident zur Pflege des Volkstums, Chef des Elferrats, Mitbegründer des Fanfarenzugs Zeppelinm, tätig im Seehasenfestpräsidium und mit seiner Frau über 40 Jahre aktiv beim Bürgerball beteiligt. Wie heißt es so schön? Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau – und das trifft voll und ganz auf seine Mary zu. „Ohne sie wäre das alles gar nicht möglich gewesen. Sie hat mich immer tatkräftig unterstützt!“, schwärmt Helmut von seiner Frau.

Durch die vielen Ämter war Helmut Wild oft unterwegs, aber er versuchte von Beginn an seine Mary einzubinden. Schon das erste Wochenende nach ihrer Hochzeit war belegt mit einem Ausflug des Fanfarenzuges. Um seine junge Frau nicht gleich alleine zu Hause zu lassen, nahm Helmut Mary einfach mit. „So hatte ich meine erste Hochzeitsreise mit 26 jungen Männern“, erinnerte sich Mary lachend.

Inzwischen lassen es die Beiden ruhiger angehen, kümmern sich um ihren wunderschönen großen Garten, freuen sich über ihre vier Enkel und genießen als älteste Stammgäste nach wie vor ihren Gang zum „Stärr Schorsch“ in Fischbach. So auch traditionell an ihrem jährlichen Hochzeitstag.

„Hochzeitsmenü eins oder zwei mein Schatz?“, so die obligatorische Frage von Helmut an seine Frau „und komischerweise läuft es immer auf die Saitenwürstle hinaus“, erzählt er mit einem schelmischen Blick.

Respekt als stabile Grundlage

Nach dem Geheimnis ihrer Ehe muss man nicht fragen. Sie begegnen sich mit viel Respekt, tiefer Zuneigung, lassen einander ausreden, hören hin und spielen sich gegenseitig die Anekdoten aus ihrem Leben zu, harmonieren also hervorragend miteinander. „Die beiden sind das ideale Paar“, bestätigte auch Erich Habisreuther nicht nur als ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters und Überbringer von dessen Glückwünsche inklusive Präsentkorb, sondern besonders auch als langjähriger Freund.

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