Fußballerin aus Ailingen will hoch hinaus

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Freut sich auf das Kräftemessen mit den weltbesten Teams in Jordanien: Giulia Gwinn.
Freut sich auf das Kräftemessen mit den weltbesten Teams in Jordanien: Giulia Gwinn. (Foto: Michael Tschek)
Schwäbische Zeitung
Michael Tschek

Am Sonntag ist Fußballerin Giulia Gwinn mit der U17-Nationalmannschaft von Frankfurt aus in Richtung Jordanien gestartet und inzwischen in der Hauptstadt Amman angekommen. Als amtierender Europameister treffen sie am 30. September in Irbid im Auftaktspiel der U17-Weltmeisterschaft auf Venezuela. Am Montag folgt dann in Amman das Spiel gegen Kanada und das letzte Vorrundenspiel ist dann am 7. Oktober in Al Zarqa gegen Kamerun. Die ersten beiden aus den vier Vierergruppen qualifizieren sich für das Viertelfinale. „Wir wollen so weit wie möglich kommen“ sagte die gebürtige Ailingerin Giulia Gwinn.

Für die 16-Jährige sind die Weltmeisterschaften natürlich der fußballerische Höhepunkt in diesem Jahr, doch es warten auf sie in den kommenden Monaten noch weitere Herausforderungen und das sind zum einen die Spiele in der Bundesliga beim SC Freiburg und zum anderen das Abitur im Frühjahr 2017. Wenn andere Mitschülerinnen sich in den Sommerferien in der Sonne räkeln und einfach abschalten konnten, war für Giulia Gwinn mit der Vorbereitung auf die Bundesliga sowie Vorbereitungslehrgängen in Duisburg und Bad Blankenburg mit der U17-Nationalmannschaft volles Programm angesagt.

Eltern freuen sich

Umso glücklicher waren ihre Eltern, Gabi und Florian, ihre Tochter anfangs des Monats wenigstens noch einmal für ein Wochenende bei sich in Krehenberg zu haben. Und dabei hatte sie ein 1:1-Unentschieden aus dem Bundesliga-Auftaktspiel beim amtierenden Meister Bayern München mitgebracht. Überhaupt läuft es mit dem SC Freiburg momentan sehr gut, denn nach Siegen gegen Duisburg (5:0) und Hoffenheim (2:1) stehen die Breisgauerinnen hinter Potsdam auf dem zweiten Tabellenplatz, also vor den eigentlichen Favoriten Bayern, Wolfsburg und Frankfurt. „Wir wollen auch in diesem Jahr mindestens den vierten Platz aus dem Vorjahr bestätigen und die Favoriten ärgern“, meinte sie. Weil die Bundesliga während der WM allerdings weiterlaufen würde, dürfte der gute Lauf in den nächsten Wochen ein wenig schwieriger werden, meinte Giulia. Zusammen mit ihr stellt nämlich der SC Freiburg mit Vanessa Ziegler, Janina Minge, Klara Bühl und Maria Müller mit fünf Spielerinnen das größte Kontingent im WM-Aufgebot.

Aber jetzt heißt es erst einmal, das Unternehmen Weltmeisterschaft in Angriff zu nehmen. In dem von DFB-Trainerin Anouschka Bernhard mit 21 Spielerinnen umfassenden Aufgebot gehört Giulia Gwinn zusammen mit SC-Kollegin Janina Minge mit 23 beziehungsweise 22 Einsätzen in der U17 zu den erfahrensten Akteurinnen und somit zu den Stützen des Teams. „Es ist ein Wahnsinnsgefühl, das erste Mal an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können“, meint Gwinn, ohne jedoch zu wissen, welche Herausforderungen auf sie und ihre Mannschaftskameradinnen zukommen.

Da wären einmal die hohen Temperaturen mit Durchschnittswerten von 30 Grad und zum anderen die langen Busfahrten zwischen den einzelnen Austragungsorten. Und dann natürlich die Gegner, wobei man Venezuela und Kamerun überhaupt noch nicht einschätzen könne, weil gegen die Südamerikaner beziehungsweise Afrikaner noch nie gespielt wurde, stellte sie fest.

Kanada sei da schon eine Hausnummer mit bereits zehn Begegnungen bei fünf Siegen, drei Niederlagen und zwei Unentschieden, meinte Giulia Gwinn. „Von den Venezuelerinnen im Auftaktspiel wissen wir nur so viel, dass die im Südamerika-Cup gegen Brasilien gewonnen haben.“ Giulia Gwinn und ihre Mitspielerinnen vertrauen aber dabei auf ihren Trainerstab. Weil die jeweils ersten beiden der Gruppe weiterkommen, rechnet sie sich gute Chancen aus, die Gruppenphase zu überstehen um ins Viertelfinale einzuziehen. „Es wird nicht so einfach“, sagt sie.

Am Freitag, 21. Oktober ist das Endspiel in Jordaniens Hauptstadt Amman und das wäre natürlich für Giulia Gwinn ein Traum, zusammen mit ihren Mannschaftskameradinnen dort hinzukommen.

Alle Vorrundenspiele der U17-Juniorinnen werden live auf Eurosport übertragen. Gegen Venezuela ab 14 Uhr MESZ, gegen Kanada ab 18 Uhr MESZ und gegen Kamerun ab 19 Uhr MESZ.

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