Friedrichshafen trifft auf Weingartens Fehlstarter

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Der VfB Friedrichshafen, am ersten Spieltag noch spielfrei, startet heute gegen den SV Weingarten in die Landesliga.
Der VfB Friedrichshafen, am ersten Spieltag noch spielfrei, startet heute gegen den SV Weingarten in die Landesliga. (Foto: Alexander Hoth)
Christian Metz

Der VfB Friedrichshafen steigt am Freitagabend in die Landesligasaison ein: Um 19 Uhr ist Aufsteiger SV Weingarten im Zeppelinstadion zu Gast.

Ganz „kalt“ geht der VfB gegen Weingarten aber nicht an den Start: Im Pokal hatten Trainer Daniel Di Leo und sein Team Verbandsligaaufsteiger TSV Berg vor zehn Tagen am Rande einer Niederlage. Erst in der Schlussphase gab die Mannschaft einen 2:1-Vorsprung noch aus der Hand und verlor mit 2:3. Ein erster Hinweis, was die Anhänger des VfB in dieser Saison erwartet. „Wir sind jünger und flexibler geworden“, sagt der Trainer. In Harun Toprak und Ralf Heimgartner an der Spitze sind einige gestandene Spieler gegangen – nachgerückt sind ausschließlich Spieler aus der eigenen Jugend.

Daniel Di Leo sieht das Positive: „Wir sind weniger ausrechenbar geworden.“ Im Nachhinein wundert sich der Trainer sowieso ein wenig: „Nur Michael Steinmaßl hat sich mit dem SV Kehlen in der vergangenen Saison richtig auf uns eingestellt, in dem er Ralle (Heimgartner, Anm. der Red.) einen Mann auf die Füße gestellt und uns so fünf Punkte abgenommen hat.“

13 Tore im Testspiel

Das ist Geschichte – jetzt sind die Jungen dran. Die gingen beim Test gegen den FC Dostluk Friedrichshafen so richtig von der Leine. 9:4 gewann der VfB. Die Erkenntnis: Friedrichshafens Goalgetter Sascha Hohmann, Landesliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison, zeigte mit fünf Toren, dass er schon wieder auf Betriebstemperatur ist. Aber hinten kassierte der VfB eben auch vier Gegentore gegen einen A-Ligisten. „Ziel war es, im Rhythmus zu bleiben“, sagt Di Leo. „Wir arbeiten intensiv an den Automatismen, aber gerade bei den jungen Spielern wird es noch einige Wochen dauern, bis sie verstanden haben, was ich von ihnen will.“ Deswegen ist der Coach auch vorsichtig mit der Favoritenrolle, die seinem Team nach Platz zwei in der vergangenen Saison von allen Seiten zugeschrieben wird: „Für ganz oben wird es wohl nicht reichen.“

Trotzdem: Gegen Aufsteiger SV Weingarten ist der VfB klarer Favorit. Für den SVW hat die Saison ernüchternd begonnen: Erst ein 0:4 im Pokal gegen den Landesligakonkurrenten FV Rot-Weiß Weiler, dann dasselbe Ergebnis zum Ligaauftakt gegen den FC Mengen – ebenfalls im Lindenhofstadion. Die Ausfälle – insbesondere die der urlaubenden Rumänen – können die Weingartener in der Landesliga kaum kompensieren. Martin Bleile allein kann’s nicht richten. Trainer Nectad Fetic sagt aber auch: „Wir hatten unsere Möglichkeiten – im Gegensatz zu Mengen haben wir sie nicht genutzt.“ In der Tat wäre vorne etwas möglich gewesen. Zudem standen eine vermeintliche Notbremse und eine vermeintliche Tätlichkeit beim Gegner im Raum. „Es hat keinen Sinn, darüber weiter nachzudenken“, sagt der Coach.

Fetic muss mit seinem Team da arbeiten, wo er Dinge beeinflussen kann. Da hat er genügend Ansatzpunkte: Insbesondere die Defensivleistung war gegen Mengen nicht landesligatauglich. Das darf gegen den VfB nicht passieren.

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