Jeder Bürgerbaum trägt zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Netter Nebeneffekt für Spender:Sie dürfen sich über ein Widmungssc
Jeder Bürgerbaum trägt zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Netter Nebeneffekt für Spender:Sie dürfen sich über ein Widmungsschildchen am Baum freuen (Foto: Stadtverwaltung)
Schwäbische Zeitung

Die 30. Bürgerbaum-Übergabe hat auf dem ehemaligen Messegelände am Riedlewald stattgefunden. Für den Abschnitt zwischen der ZF-Arena und dem neuen Sportbad wurden laut Pressemitteilung der Stadtverwaltung insgesamt acht Bürgerbäume gespendet. Hier, im Herzen der Stadt, lässt sich ablesen, wie sehr sich Friedrichshafen in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und weiter verändern wird.

Triebkraft dieser Veränderungen sei allem voran das wirtschaftliche Wohlergehen in der Region, die vielen Menschen Arbeit biete, schreibt die Stadt. „Arbeiten und wohnen, wo andere Urlaub machen“ – unter diesem Motto ziehen immer mehr Menschen nach Friedrichshafen und an den Bodensee. Ist die Häfler Bevölkerung in den zehn Jahren zwischen 2006 und 2015 um 3000 Einwohner gewachsen, waren es in den vergangenen drei Jahren fast nochmal so viele, auf aktuell rund 62 000 Einwohner. Sie alle benötigen Wohnraum, Infrastruktur, Bildung, Gesundheitsversorgung und Freizeitangebote.

Dabei sei es das Ziel der Stadt, dieses Wachstum nicht auf Kosten von Natur und Landschaft geschehen zu lassen, sondern umwelt- und sozialverträglich zu steuern. „Wir geben deshalb der Innenverdichtung Vorrang vor der Ausweisung neuer Baugebiete im Außenbereich. Dies auch, um eine Stadt der kurzen Wege mit einem guten Angebot an Rad- und Fußwegen und öffentlichem Nahverkehr zu gestalten. Nur so lässt sich der Flächenbedarf für den motorisierten Individualverkehr langfristig begrenzen“, sagt Bürgermeister Stefan Köhler.

Aber auch die Innenverdichtung mit mehr Arbeitsplätzen, Wohnungen und Verkehrsaufkommen auf begrenztem Raum habe ihren Preis: Nicht nur, dass die Grundstücks- und Immobilienpreise stiegen, auch der Platz für Grünflächen und Bäume werde knapper. Während Stadtentwicklung im Außenbereich ihren Anteil an Natur und Landschaft fordere, stehe Innenverdichtung nicht selten im Spannungsfeld mit dem noch vorhandenen Stadtgrün.

Garanten für gesundes Stadtklima

Hier gelte es, kluge Kompromisse und innovative Grünideen zu entwickeln. Beispielhaft dafür steht das Pflanzen von Bäumen. Sie sind Garanten für ein gesundes Stadtklima und Wohlbefinden, bringen sie doch ein bisschen Natur in die Stadt mit ihrem jahreszeitlich wechselnden Blätterkleid, Vögeln und anderen Bewohnern. Doch Bäume sind auch Lebewesen, die Platz, Boden, Luft und Wasser zum Gedeihen brauchen. Der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen hat dazu am 21. Mai eine wegweisende Grünflächenstrategie für den künftigen Umgang mit unserem Stadtgrün beschlossen. Vielfältig und artenreich, funktionsgerecht und möglichst naturnah, klimaangepasst und erholsam soll es sein – um nur einige der Erwartungen zu nennen, die die Bürger von Friedrichshafen an das Stadtgrün haben. Die von Renate Gauß, Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe, und Tillmann Stottele, Abteilungsleiter Landschaftsplanung und Umwelt, maßgeblich erarbeitete Grünflächenstrategie beinhalte neben Leitlinien für die künftige Landschaftsplanung und Grünordnung in Friedrichshafen konkrete Maßnahmen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen.

„Mit jeder Baumspende wird die Stadt bei dieser Aufgabe unterstützt. Einer Aufgabe, der wir in Zukunft noch mehr Raum, Mittel und Aufmerksamkeit widmen müssen“, wie Stefan Köhler bei der jüngsten Bürgerbaumübergabe betonte.

Denn wie bei den anderen großen Themen Klimaschutz und Artenvielfalt dränge auch hier die Zeit. Wachsende und verdichtete Städte mit mehr Menschen brauchten auch mehr Grün. Jeder der gespendeten Bäume trägt etwas zu dieser Zukunftsaufgabe bei, so die Pressemitteilung abschließend.

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