Sieht jetzt schon ziemlich gemütlich aus: Der Platz vor dem evangelischen Gemeindehaus, wo das prämierte Projekt "Freiraum" real
Sieht jetzt schon ziemlich gemütlich aus: Der Platz vor dem evangelischen Gemeindehaus, wo das prämierte Projekt "Freiraum" realisiert werden soll. Auf unserem Bild (von links) Erik Zeller (Vertreter des Jugendparlaments), Kirchenpfleger Günther Schmidt, Pfarrer Harald Kuhnle, Jugendreferent Daniel Faißt und Alexander-Florian Bürkle, Geschäftsführer des Stadtwerk am See. (Foto: Wilfried Geiselhart)
Wilfried Geiselhart

Einfach „gechillt“ – um es mal in der Jugendsprache auszudrücken. Das Projekt „Freiraum“ der evangelischen Gesamtkirchengemeinde wird vom Stadtwerk am See mit dem ersten Platz des diesjährigen „Verantwortungspreises“ ausgezeichnet, der mit 1 500 Euro dotiert ist.

„Wirklich eine begeisternde Initiative, bei der viele Träger an einem Strang ziehen“, betont Stadtwerk-Geschäftsführer Alexander-Florian Bürkle bei der Preisübergabe. „Ein echtes Leuchtturm-Projekt. Es ist ökumenisch und kommunal vernetzt und ein Paradebeispiel für Integration und soziale Verantwortung“, sagt er. „Uns ist es wichtig, nachahmenswerte Projekte aus der Region zu fördern und so zu helfen, dass auch zukünftig aus guten Ideen gute Aktionen werden.“

Auf dem Platz vor dem evangelischen Gemeindehaus in der Scheffelstraße soll im wahrsten Sinne des Wortes „Freiraum“ geschaffen werden, wie Daniel Faißt, Jugendreferent der Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen und des CVJM, erklärt. Ein großflächiges Gelände, auf dem sich Jugendliche aller Konfessionen und Altersgruppen ganzjährig aufhalten können und Spaß haben sollen, wo man essen kann, man vielleicht auch mal ein ruhiges Plätzchen zum Ausruhen und in jedem Fall immer auf ein offenes Ohr von verlässlichen Ansprechpartnern findet, wie Faißt weiter erläutert.

Entstehen soll aber auch ein überdachter Bereich und ein Raum, in dem der Jugendreferent sein Büro beziehen kann. Insgesamt will die evangelische Gesamtkirchengemeinde dafür rund 225 000 Euro in die Hand nehmen, wie Kirchenpfleger Günther Schmidt ergänzt. Geschultert werden könne diese Investitionssumme aber nur durch Unterstützung etwa der Landeskirche oder der Stadt Friedrichshafen, sagt er. Mit einer Fertigstellung des „Freiraums“ wird im Sommer 2020 gerechnet.

Mit im Boot sitzen aber auch drei Häfler Schulen, das katholische Jugendreferat, Streetworker und Mitglieder des Jugendparlaments, wie Harald Kuhle, Pfarrer der Erlöserkirchengemeinde, betont. „Viele arbeiten Hand in Hand. Das hat Vorbildcharakter. In Baden-Württemberg gibt es nichts Vergleichbares“, sagt er. Schüler der Pestalozzischule, des Karl-Maybach- und des Graf-Zeppelin-Gymnasiums waren aufgerufen, eigene Ideen zu entwickeln. In Workshops wurden 20 selbst gebastelte Modellplätze entwickelt, die nun die Grundlage für den beauftragten Architekten bilden werden.

Natürlich habe man sich auch der eventuell zu befürchtenden Vandalismus-Problematik gestellt und deswegen spezielle Konzepte entwickelt. Darauf weist Daniel Faißt hin. „Wir wollen uns der Herausforderung stellen, uns weiter zu öffnen und Kirche auch im öffentlichen Raum besser sichtbar zu machen“, sagt er. „Gerade die ökumenische Basis ist für uns ein Segen. Aber auch die Beteiligung der Jugendlichen macht das Projekt so stark.“

Seit neun Jahren lobt das Stadtwerk am See den „Verantwortungspreis“ für Kinder- und Jugendarbeit in Vereinen aus.

Ausgezeichnet werden jeweils zehn Projekte, die eine besondere Vorbildfunktion in der Region haben. Die Projekte müssen eigenständig entwickelt sein und dürfen nicht von anderen Unternehmen gesponsert sein. Insgesamt werden rund 5000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet. In diesem Jahr hatten sich 18 Projekte aus dem Bodenseekreis beworben.

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