Ein neues Gesicht für die Riedleparkstraße: So sehen die beiden Neubauten der Fränkel AG aus.
Ein neues Gesicht für die Riedleparkstraße: So sehen die beiden Neubauten der Fränkel AG aus. (Foto: Zeichnung: Fränkel AG)
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In der Riedleparkstraße rollen demnächst die Bagger. Die Fränkel AG errichtet dort zwei Häuser mit Platz für 32 Wohnungen und Gewerbeflächen. Stadtbildaktivist Philipp Fuhrmann kritisiert die Pläne und spricht von „Verschandelung“.

Vor einem Jahr hatte der Abriss eines rund 100 Jahre alten, ziemlich heruntergekommenen Hauses an der Riedleparkstraße Ecke Eugenstraße für Aufregung gesorgt, nun soll an gleicher Stelle Neues entstehen. Seit Ende März liegt der Fränkel AG die entsprechende Baugenehmigung der Stadt Friedrichshafen vor. Geplant sind zwei neue Gebäude (Erdgeschoss, drei Obergeschosse und ein zurückgesetztes Penthouse) mit 32 Mietwohnungen, zwei bis vier Zimmer groß. Die Wohnungsgrößen reichen laut Fränkel AG von 52 Quadratmetern bis hin zu 102 Quadratmetern. Insgesamt sind 2635 Quadratmeter Wohnfläche vorgesehen und 385 Quadratmeter für Gewerbe. „Alle Wohnungen sind so angelegt, dass die Mieter barrierefrei von der Straße bis zur Wohnung gelangen können“, sagt Jaqueline Egger-Buck, Vorstand der Fränkel AG. Ein Aufzug ist ebenso vorgesehen wie eine Tiefgarage.

Die Fränkel AG investiert nach eigenen Angaben 10,5 Millionen Euro in das Projekt, ein Verkauf der Wohnungen sei nicht vorgesehen. Baubeginn soll im Sommer oder Herbst 2018 sein, der Bezug der Wohnungen ist für Ende 2019 vorgesehen.

Keine Freude lösen die Pläne bei Philipp Fuhrmann aus, Stadtbildaktivist und ehemaliger OB-Kandidat des „Netzwerk für Friedrichshafen“. Er fordert in einem Brief an die SZ, die „Verschandelung der Riedleparkstraße“ zu verhindern. Das Fränkel-Projekt sei „eine massive Nachverdichtung, die das Erscheinungsbild der schönsten Straße unserer Stadt ruinieren wird“. In der Nachbarschaft gebe es nur Satteldächer und „maximal drei Vollgeschosse“. Fuhrmann fordert, die Gestaltungssatzung, die für Teile der Innenstadt gelte, auf die Nordstadt auszuweiten. Die Pläne widersprächen dem im ISEK-Prozess erarbeiteten Leitbild „Attraktives Stadtbild“. Statt Nachverdichtung auf die Spitze zu reiben, solle man lieber Gebiete wie den Fallenbrunnen, den Hinteren Hafen, das RAB-Gelände oder innerstädtischen Parkplätze für Wohnungsbau nutzen, schreibt Fuhrmann.

Die Fränkel AG weist die Vorwürfe des Kommunalpolitikers zurück. Man habe sich bei der Planung für ein zurückgesetztes Dachgeschoss entschieden, damit die neuen Gebäude optisch nicht zu wuchtig erscheinen. Das Haus füge sich mit seiner Kubatur im Verhältnis zur Umgebungsbebauung in das Quartier ein. „Entlang der Straßenabwicklung der Riedlepark- und Hofener Straße finden sich vergleichbare Traufhöhen“, heißt es weiter.

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