Flughafen erhält zwei Millionen Euro Krisenhilfe

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Nach mehreren Ausfällen von Fluggesellschaften fehlen dem Flughafen Friedrichshafen weiterhin wichtige innerdeutsche Strecken. Das ist schlecht für Reisende und schlecht für das Geschäft. Deshalb soll dem Flughafen jetzt mit zwei Millionen Euro geholfen werden.

Der angeschlagene Flughafen Friedrichshafen wird von der Stadt Friedrichshafen und dem Bodenseekreis Zuschüsse von zwei Millionen Euro erhalten. Das Geld ist für einen bestimmten Zweck gedacht.

„Der Gemeinderat Friedrichshafen hat mehrheitlich nach intensiver Diskussion eine finanzielle Unterstützung der Flughafen Friedrichshafen GmbH (FFG) in einer Größenordnung von einer Million Euro beschlossen.“ Das teilte Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand am Montag im Gemeinderat mit. Der Beschluss war offenbar zuvor in einer nicht-öffentlichen Sitzung gefallen.

Der Kreistag im Bodenseekreis hat seinerseits schon in einer nichtöffentlichen Sitzung vom 19. Juli beschlossen, ebenfalls eine Millionen Euro zuzuschießen. Damit summiert sich die Hilfe auf zwei Millionen Euro.

Die „finanzielle Unterstützung“ genannte Krisenhilfe soll demnach gezielt zur Reaktivierung innerdeutscher Flugstrecken, insbesondere nach Hamburg und Berlin, dienen.

Ziel: Mehrjahresvertrag mit Airline

Ziel des Flughafens sei es nun, mit Hilfe des Geldes einen Mehrjahresvertrag mit einer Regionalairline zu schließen und damit das eingeschränkte Angebot an innerdeutschen Linienflügen wieder auszubauen.

Insbesondere für Geschäftsreisende und Unternehmen der Region seien die Ziele Hamburg und Berlin von hoher Bedeutung, so Brand.

Weitere Gesellschafter sollen zahlen

Innerhalb des Gesellschafterkreises will sich die Stadt Friedrichshafen dafür einsetzen, dass sich möglicherweise weitere Gesellschafter an der finanziellen Unterstützung beteiligen.

Stadt Friedrichshafen und Landkreis Bodensee halten als öffentliche Gesellschafter jeweils 39,38 Prozent des Stammkapitals des Flughafens. Die Fördermaßnahme wurde laut Brand nach EU-Beihilferecht geprüft und soll zulässig sein.

Der Flughafen Friedrichshafen steckt derzeit in einer finanziellen und betrieblichen Krise. Grund war der mehrfache Ausfall von Airlines für wichtige innerdeutsche Verbindungen. Schon einmal wurde dem Unternehmen deshalb mit Notkrediten der Gesellschafter geholfen.

Über dem Friedrichshafener Flughafen ziehen sich schon wieder düstere Wolken zusammen. Kurz nachdem im vergangenen Jahr die Bregenzer Regionalfluglinie Intersky Pleite gegangen war, konnte der Flughafen die Belgische Fluglinie VLM für sich gewinnen. Diese übernimmt seit Februar die Flüge nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Nun hat allerdings auch diese Fluglinie hohe Schulden. Steht eine weitere Pleite bevor? Michael Scheyer hat in Friedrichshafen nachgefragt.
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Flughafen-Chef Claus-Dieter Wehr hat am Donnerstag die Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 vorgestellt. Zu dem Verlust kommen auch noch 36 000 Passagiere weniger als 2014. Der Hauptgrund: Die Insolvenz der Regionalfluglinie Intersky.
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