Fichten drohen massive Borkenkäfer-Schäden

Lesedauer: 3 Min
Das Bohrmehl auf den Blättern dieses Brombeerstrauchs zeigt: An dem nahen Baum sind Borkenkäfer aktiv.
Das Bohrmehl auf den Blättern dieses Brombeerstrauchs zeigt: An dem nahen Baum sind Borkenkäfer aktiv. (Foto: landratsamt)
Schwäbische Zeitung

Weitere Informationen zu den Dienstleistungen des Forstamtes sowie den zuständigen Forstrevierleitern unter

www.bodenseekreis.de/umwelt-landnutzung/wald-forst/dienstleistungen-fuer-privatwald/

In den Fichtenwäldern im Bodenseekreis droht eine Massenvermehrung an Borkenkäfern mit erheblichen wirtschaftlichen Schäden. Wegen der anhaltend heiß-trockenen Witterung sind schon jetzt in einigen Waldgebieten deutlich erkennbare Befallsschäden zu erkennen, teilt das Landratsamt mit.

Durch die Trockenheit sind die Fichten stark geschwächt und der gefährlichste Fichten-Borkenkäfer, der Buchdrucker, hat ideale Bedingung. Derzeit wird von den Insekten die dritte Käfergeneration in diesem Jahr gebildet. Das ist außergewöhnlich zeitig, weshalb Fachleute sogar eine vierte Generation noch in dieser Saison für möglich halten. Dieser enormen Zahl an Schädlingen können die Bäume nichts entgegensetzen.

Zu erkennen sind befallene Fichten an von unten nach oben hin braun verfärbten Kronen, abfallender Rinde sowie am Boden liegenden grüne bis braune Nadeln. Am Stammfuß häuft sich braunes Bohrmehl aus den Einbohrlöchern am Stamm an.

Das Forstamt des Bodenseekreises weist deshalb darauf hin, dass Waldbesitzer nach den Bestimmungen des Landeswald- und Pflanzenschutzgesetzes zur vorbeugenden Abwehr von Waldschäden verpflichtet sind. So sind gegen die Ausbreitung rindenbrütender Borkenkäfer bestimmte Maßnahmen zu treffen: Es gelte, die mit Fichten bestockten Waldbestände zu kontrollieren und Bäume mit Befallssymptomen unverzüglich einzuschlagen und aufzuarbeiten. Betroffen können auch Bäume mit noch grüner Kronen sein, schreibt die Behörde weiter. Bei vollständig dürren Bäumen sind die Borkenkäfer meist schon ausgeflogen und haben bereits Nachbarbäume befallen. Aufgrund der guten Versorgung der Sägewerke mit Fichtenholz, wird eine zeitnahe Vermarktung und Abfuhr nicht immer möglich sein. Deshalb ist geschlagenes „Käferholz“ vorsorglich mit zugelassenen Insektiziden gegen Borkenkäfer zu behandeln.

Waldbesitzer, die ihren Pflichten entsprechend dieser Hinweise nicht nachkommen, müssen mit einer forstaufsichtlichen Anordnung rechnen, deren Umsetzung im Wege der Ersatzvornahme gegen Kostenersatz auch erzwungen werden kann, schreibt das Forstamt.

Sofern Waldbesitzer zur Durchführung der erforderlichen Arbeiten nicht selbst in der Lage sind, bietet das Forstamt entsprechende technische Hilfestellung gegen Kostenersatz an oder ist behilflich bei der Vermittlung von forstlichen Fachunternehmen.

Weitere Informationen zu den Dienstleistungen des Forstamtes sowie den zuständigen Forstrevierleitern unter

www.bodenseekreis.de/umwelt-landnutzung/wald-forst/dienstleistungen-fuer-privatwald/

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen