Fans kommen den Profis des VfB Stuttgart sehr nahe

Sportredakteur

Auch das zweite Testspiel des VfB Stuttgart im Friedrichshafener Zeppelinstadion können die Verantwortlichen als gelungen abhaken. Nicht nur, weil der Fußball-Bundesligist am Samstagnachmittag gegen den FC Brentford aus der englischen Premier League mit 2:1 gewann, sondern auch wegen der Stimmung der rund 4000 Zuschauer. „Es waren zwei sensationelle Testspiele“, sagte der zufriedene Organisator Klaus Segelbacher. Schon eine Woche zuvor hatte Stuttgart am Bodensee gegen den FC Zürich gespielt. Weil die Partie gegen Brentford live bei Sky übertragen wurde, freute sich Segelbacher über „sensationelle Werbung für den VfB Friedrichshafen und die Stadt“.

Viel Lob für die ehrenamtlichen Helfer

Zwar mussten die Stadionsprecher gegen Ende der Partie mehrfach darauf hinweisen, dass kein Zuschauer auf die Tartanbahn oder gar auf den Rasen kommen dürfe. Aus Corona-Gründen gab es Autogramme und Selfies der Fußballstars nur in einem ausgewiesenen Bereich auf dem Parkplatz bei den Mannschaftsbussen. Die Fans im Zeppelinstadion hielten sich letztlich an diese Anweisung, machten zunächst brav Fotos von etwas weiter weg und holten sich später ihre Autogramme ab.

Die Fans kamen ihren Stuttgarter Idolen wie Wataru Endo oder Torwart Florian Müller aber auch so näher als sonst. Beim Einlauf klatschten die VfB-Profis mit den Fans ab – auch dabei hatten der Sicherheitsdienst und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer des VfB Friedrichshafen überhaupt keine Probleme. Mehr als 200 Freiwillige hatte Segelbacher gefunden, „von den Jüngsten bis zu den Senioren“. Zu den Jüngsten gehörten etwa die Einlaufkinder, die sich wohl noch lange daran erinnern werden, mit den Stars ins Stadion eingelaufen zu sein. Am Abend vermeldete Segelbacher stolz: „Alle haben mit brutaler Mentalität das Stadion, die Kabinen, die Hütten, den Kiosk und die Tribünen aufgeräumt.“

Ein Stuttgarter Zugang überzeugt

Es war für alle Beteiligten ein schöner Nachmittag. Das Wetter passte, immer wieder kreiste ein Zeppelin über dem Stadion – auch das sorgte für einiges Interesse. Und auf dem Platz boten die Stuttgarter und die Engländer ein gutes Spiel. In der ersten Halbzeit machte der VfB eigentlich mehr für die Offensive, mit einem Konter ging Brentford in der zwölften Minute aber durch Bryan Mbeumo in Führung. Einen guten Eindruck bei den Stuttgartern hinterließ der erst gerade verpflichtete Josha Vagnoman auf der rechten Seite.

Nach etwas mehr als einer Stunde wechselte Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo munter durch – der eingewechselte Thomas Kastanaras traf kurz nach seiner Einwechslung zum 1:1. In der zweiten Minute der Nachspielzeit verwandelte der ebenfalls eingewechselte Tanguy Coulibaly einen Handelfmeter zum 2:1-Sieg für die Stuttgarter. „Ein positives Ergebnis zum Schluss tut immer gut. Es hat nicht alles geklappt, aber die Jungs haben sich für ihren Aufwand belohnt“, sagte Matarazzo.

Ein Lob von einer Stuttgarter Legende

Das Testspiel vor rund 4000 Zuschauern war für den VfB der Abschluss des einwöchigen Trainingslagers in Weiler-Simmerberg im Allgäu. Und für den VfB Friedrichshafen war es einmal mehr eine Gelegenheit, sich als guter Gastgeber von hochklassigen Fußballpartien zu präsentieren. „Wir haben hier nicht vor halb leeren Rängen gespielt, sondern das Stadion war voll“, freute sich Segelbacher über die Kulisse im Zeppelinstadion. Bereits nach zwei Tagen Vorverkauf waren alle Tickets für die Haupttribüne weg.

Das für ihn schönste Kompliment bekam der VfB-Cheforganisator nach eigener Aussage von der Stuttgarter Fußballlegende Günther Schäfer. Der jetzige Teammanager des VfB und zweifache deutsche Meister (1984 und 1992) „war zu 100 Prozent zufrieden“, meinte Segelbacher. „Das macht mich glücklich. Herz, was willst du mehr?“ Nach diesem Erlebnis wohl nichts.

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