Fallenbrunnen - Gefahr für bedrohte Tiere?

 Hat dieser junge Waldkauz eine Zukunft im Fallenbrunnen?
Hat dieser junge Waldkauz eine Zukunft im Fallenbrunnen? (Foto: Marco Wannenmacher)
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Seit 17. November 2021 liegt der neue Bebauungsplan „Fallenbrunnen NO“ für die Öffentlichkeit aus. BUND und NABU Friedrichshafen machen sich große Sorgen um die dort lebenden Vögel und Fledermäuse. Von den im Fallenbrunnen vorkommenden 51 Vogel- und elf Fledermausarten sind mehrere vom Aussterben bedroht. „Wenn das Vorhaben so umgesetzt wird wie bisher vorgesehen, wird ein großer Teil dieser bedrohten Vögel und Fledermäuse hier keine Heimat mehr haben,“ sagt Brigitte Wallkam vom BUND Friedrichshafen, „800 zusätzliche Bewohner in dem kleinen Gebiet des Fallenbrunnens bedeuten mehr Licht, mehr Trubel, mehr Haustiere im Wald. Das hält kein Waldkauz oder keine Bechsteinfledermaus aus.“ Und Christine Kaptein vom NABU ergänzt: „Die Tiere können auch nicht in ein anderes Gebiet ausweichen, da die Wälder in der Umgebung durch großflächige Rodungen, den Bau der B 31 undsoweiter sehr stark dezimiert sind. Die dortigen Tiere sind ja deshalb teilweise schon in den Fallenbrunnen geflohen. Und jetzt werden sie hier möglicherweise wieder vertrieben.“

Der Bebauungsplan sieht zwar eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen für die Tierwelt vor, die aber nach Meinung von NABU und BUND nicht ausreichen, um den Artenschwund zu verhindern. Dies wollen die Umweltverbände in ihrer Stellungnahme zum Bebauungsplan auch belegen. Auch jede*r Bürger*in kann bis 8. Dezember eine Meinung zu dem Vorhaben äußern.

„Einerseits ist es natürlich gut, ein altes Kasernengelände einer neuen Nutzung zuzuführen, aber die Tiervorkommen im Fallenbrunnen sind von großer Bedeutung für die ganze Region. Deshalb sollte man sich dringend Gedanken machen, ob man die dort vorgesehenen Wohnungen nicht anderswo bauen kann,“ meint Christine Kaptein. Und Brigitte Wallkam schlägt vor „in Friedrichshafen gibt es riesige Parkplatzflächen, auf die man bauen kann. Es ist eine Flächenverschwendung, wenn Autos hektarweise die Flächen für Wohnhäuser oder Gewerbegebiete besetzen, anstatt zum Beispiel in Parkhäusern oder Tiefgaragen zu parken.“

Weitere Informationen können im Technischen Rathaus, Charlottenstr. 12, EG, während der Öffnungszeiten oder nach Vereinbarung bis 8. Dezember.2021 – auf der Stadt-Website https://sitzungsdienst.friedrichshafen.de/si0057.asp?__ksinr=292242 – oder auf der BUND-Homepage www.bund-friedrichshafen.de/themenprojekte/bebauungsplan-fallenbrunnen-no/ entnommen werden.

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