Fachkräftesituation bleibt eine Herausforderung

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Mitglieder und Interessierte lauschen dem Vortrag von Roman Macha von der DHBW über die wichtigsten Trends im Handel.
Mitglieder und Interessierte lauschen dem Vortrag von Roman Macha von der DHBW über die wichtigsten Trends im Handel. (Foto: Stadtforum)
Schwäbische Zeitung

Auf Einladung des Stadtforums Friedrichshafen sind ein gutes Dutzend Mitglieder und Interessierte im Hotel City Krone zu einem Vortrag über die wichtigsten Trends im Handel zusammengekommen. Roman Macha von der DHBW Baden-Württemberg präsentierte Fakten und zeichnete ein optimistisches Bild für den stationären Handel, teilt das Stadtforum mit.

Wie selbstverständlich bestimmen heute die digitalen Medien den Alltag. Die online getätigten Einkäufe nehmen Jahr für Jahr um etwa vier Milliarden Euro zu. Im vergangenen Jahr waren es mit 48,7 Milliarden Euro etwa zehn Prozent des gesamten Umsatzes im Einzelhandel. Bekleidung und Elektronikartikel machen dabei die Hälfte aller Online-Umsätze aus. Allerdings prognostizieren die Experten für den reinen Online-handel in Zukunft eine Sättigung. Wichtiger werde hingegen die zunehmende Verknüpfung der verschiedenen On- und Offlinekanäle, ist der Pressemitteilung des Stadtforums weiter zu entnehmen. Hierin liege auch die große Chance für den stationären Handel.

Beim Mediamarkt in Friedrichshafen holen beispielsweise bereits 40 Prozent der Onlinekäufer ihre Ware im Laden ab, werden dort zusätzlich beraten und kaufen womöglich noch weitere Produkte. In Ravensburg rüsteten Studierende der DHBW im Rahmen eines Projektes den Elektronikmarkt mit interaktiven Displays aus, die über Produkt-features und Vorteile informieren. Der Outdoorausrüster Globetrotter bietet seinen Kunden neben einer Online-Produkt-Erlebniswelt vor Ort besondere Services wie Produkttests in der Eiskammer und erhöht so die Kundenbindung enorm. Bei McDonald’s in Österreich steht man nicht mehr in der Schlange, sondern stellt sein Menü selbst am Terminal zusammen und wartet am Tisch bis man seine Burger abholen kann.

Technologien wie RFID und Beacon eröffnen dem stationären Handel weitere Fortschritte. Warenbestandskontrolle, Nachbestellungen und Bezahlung könnten in Zukunft viel schneller und einfacher automatisch ablaufen. Der stationäre Handel ist nach wie vor bei den Verbrauchern sehr beliebt: 51 Prozent informieren sich online zuvor über die Produkte im Nonfoodbereich, bevor sie anschließend im Laden einkaufen, nur 19 Prozent wählen den entgegengesetzten Weg.

Als herausfordernd beurteilt Roman Macha jedoch die Fachkräftesituation. In der Region Bodensee-Oberschwaben konkurriere der Handel mit starken Mitstreitern aus der Industrie um die Bewerber. Essenziell sei in Zukunft aber noch besser ausgebildetes Personal, das dem heutzutage sehr gut informierten Kunden auf Augenhöhe begegnen könne. Erschwerend hinzu komme für den Handel im Mai die Europäische Datenschutz-Grundverordnung, die alle Unternehmen vor große Veränderungen rund um die Nutzung der Kundendaten stellt. Hierzu findet am 25. April von 13 bis 15.30 Uhr ebenfalls im Hotel City Krone das Seminar „Datenschutzrecht für Einzelhändler” statt, das Thomas Goldschmidt allen Anwesenden ans Herz legte.

Abschließend resümierte Roman Macha über die Handelstrends: „Der Handel muss optimistisch in die Zukunft schauen. Man braucht nicht auf jeden Trend als Erster aufspringen, sollte dann aber richtig dabei sein, wenn es Hand und Fuß hat.“

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