Ignaz Wetzel, Sozialdezernent des Bodenseekreises, hält das Ehrenamt heutzutage für zunehmend wichtig.
Ignaz Wetzel, Sozialdezernent des Bodenseekreises, hält das Ehrenamt heutzutage für zunehmend wichtig. (Foto: Ruth Maria Schwamborn)
Ruth Maria Schwamborn

Einen Grund zu feiern hatte der Ortsverband Friedrichshafen des Sozialverbandes Deutschland (kurz: SoVD): 60 Jahre sind seit der Gründung im Jahre 1958 vergangen und so hatte die Vorstandschaft am Samstag zu einer Jubiläumsfeier in das Graf-Zeppelin-Haus eingeladen. Dieser Einladung waren nicht nur etliche Mitglieder gefolgt, sondern auch Vertreter der benachbarten Ortsverbände und Vertreter von Stadt und Land.

Der Ortsverband Friedrichshafen zählt mit seinen 259 Mitgliedern zum drittgrößten Verband im Verbund des Bezirks Bodensee-Alb, welcher sich für soziale Gerechtigkeit und den Erhalt und den Ausbau der sozialen Sicherungssysteme einsetzt. „Wir sind zwar klein, aber gemeinsam sind wir stark“, sagte der erste Vorsitzende Willy Pitzner in seiner Begrüßung.

Dem stimmte Hartmut Marx, Vorsitzender des Landesverbandes, zu: „Zur großen Familie des Sozialverbandes Deutschland gehört der Ortsverband Friedrichshafen einfach dazu.“ Rückblickend auf die letzten 100 Jahre des Gesamtverbandes lobte er die bemerkenswerte Entwicklung einer deutschen Selbsthilfeorganisation. „Der Kampf um soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit ist aktuell wie nie“, so Marx. Er dankte deshalb Willy Pitzner für dessen Arbeit und den Mitgliedern für ihr Engagement. „Nur gemeinsam bleiben wir stark gegen alle Ungerechtigkeiten“.

Auch Ignaz Wetzel, Leiter des Dezernates für Jugend-Soziales und Gesundheit des Bodenseekreises, betonte die Wichtigkeit des Ehrenamtes. Durch den demografischen Wandel würden sich die Strukturen ändern. Der Anteil älterer Menschen steigt und somit auch die Belastung der jungen Generation. Die familiären Strukturen zerfallen und das „soziale Kümmern“ falle weg und somit würde das Arbeiten der Ehrenamtlichen, welche sich den Menschen annehmen und deren Notsituationen versuchen, aufzufangen, zunehmend wichtiger. Darum dankte er allen im Verband Tätigen, da die Gesellschaft das Ehrenamt benötige. „Sie bieten den Menschen Orientierung und Hilfsbereitschaft und erfüllen somit eine ganz wichtige Aufgabe. Der Dank ist die vornehmste Art, eine Bitte auszudrücken, darum: Bitte machen Sie weiter so.“

Ebenso voll des Lobes und der Anerkennung war anschließend auch Yalcin Bayraktar, der neue Leiter des Amtes für Soziales, Familie und Jugend der Stadt Friedrichshafen. Er sieht den Ortsverband als eine starke Stütze im sozialen Gerüst: „Viele Menschen brauchen Sie immer öfter und es ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr, sich ehrenamtlich so zu engagieren. Solidarisches Handeln lebt der Verein vor und damit den Zusammenhalt, welchen wir für Friedrichshafen wollen“, sagte Bayraktar. Treffend dazu beschloss der erste Vorsitzende des Ortsverbandes Willy Pitzner den offiziellen Teil mit den Worten: „Ohne ein Miteinander geht es nicht.“

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