Fühlen statt sehen: Auf dem Barfußpfad unterwegs

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Über Stock, Stein, Sand und Schwämme: der Barfußpfad ist ein Erlebnis für die Sinne.
Über Stock, Stein, Sand und Schwämme: der Barfußpfad ist ein Erlebnis für die Sinne. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Das Aktionsbündnis „Familie Bodenseekreis“ hat anlässlich des internationalen Tages der Familie zu einem Familienausflug eingeladen. Treffpunkt war das Entsorgungszentrum Friedrichshafen am Weiherberg. Einen Nachmittag lang ging es rund um das Thema Abfall. Mit Deponieführungen und dem Erlebnispfad auf dem Weiherberg boten die Mitarbeiter des Landratsamtes ein abwechslungsreiches und spannendes Programm. Landrat Lothar Wölfle begrüßte die Besucher des Familientages und eröffnete mit dem symbolischen Durchschneiden eines weiß-roten Absperrbandes den Barfußpfad.

Abfall ist nicht gleich Abfall, sondern auch Rohstoff zur Wiederverwertung oder für die Natur. Das ist zwar allgemein bekannt, aber wie einzelne Prozesse in Gang gesetzt werden und es in der Praxis aussieht, haben die Besucher hautnah erlebt. Mit dem Erlebnispfad bietet das Abfallwirtschaftsamt eine Möglichkeit, mehr zu den Themen Müll, Natur und Nachhaltigkeit zu erfahren. Das war nicht nur für Kinder spannend. Der Pfad, der sich über den Weiherberg erstreckt, bietet sowohl Sinneserfahrungen als auch spielerische Wissensvermittlung an. Beginnend mit dem Barfußpfad, dessen Abschnitte sich in unterschiedliche Bodenstrukturen unterteilen, beginnt das Abenteuer. Mit nackten Füßen und – wer das wünscht auch mit verbundenen Augen – darf über Kunstrasen, Korken, Sand, Schwämme, Topfrücken und vieles mehr laufen. „Zu Beginn des Erlebnispfades sprechen wir insbesondere die Sinneseindrücke an“, erklärt Heidi Zickmantel, Mitarbeiterin des Abfallwirtschaftsamtes. Sie oder ihre Kollegen Bernd Heim-Bühler und Michaela Leidig begleiten Gruppen, die den Erlebnispfad besuchen. Das „Naturfenster“ erlaubt einen Blick in den Wald, indem 20 verschiedene Dinge versteckt sind, die dort nicht hingehören. Es erfordert eine gewisse Ruhe und Geduld, diese zu erkennen. Im weiteren Verlauf stößt man auf „Fühltonnen“, in denen verschiedenen Wertstoffe versteckt sind, die mithilfe des Tastsinnes erraten werden sollen. Neben Handy, Papier und Windeln sind dort auch Naturmaterialien zu finden. Auf dem „Müllfriedhof“ darf gebuddelt werden. Unterschiedliche Materialien sind hier vergraben worden und die Besucher können beobachten, wie sich im Laufe der Zeit die Materialien verändern, zerfallen „oder eben auch nicht“, erklärt Zickmantel. An den „Schlauberger-Stationen“ gilt es, Wissen abzurufen. Richtige Mülltrennung oder mithilfe altbekannter Spiele wie Memory werden Abfallthemen vermittelt. Der Erlebnispfad schlägt auf spielerische Art eine Brücke zum nachhaltigen Handeln. Ein tolles Erlebnis für die Besucher.

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