Explosive Mischung aus Magie und Gesellschaftskritik

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Zwei sich zuvor unbekannte Zuschauer sind dank Mario Richter nun mit dem sichtbaren Band der Freundschaft verbunden.
Zwei sich zuvor unbekannte Zuschauer sind dank Mario Richter nun mit dem sichtbaren Band der Freundschaft verbunden. (Foto: nap)

Der Zauberer und Moderator Mario Richter hat dem Publikum am Samstag einen magischen Abend beschert. Mit einer extravaganten Mischung aus Zauberei und Musik, Poesie und Gesellschaftskritik, Action und Improvisation ging es im ausverkauften Theater Atrium explosiv zu.

Der Mann mit den grünen Schuhen und dem verschmitzten Lächeln, der von seinem Bruder Martin unterstützt wird, integrierte die Zuschauer gekonnt in seine Show, durch die sich der rote Faden zog: Was ist wichtig? Für ihn sind es Freunde, Ruhe, Glück, Bewusstsein, Wertschätzung, Frieden, Vertrauen und Liebe.

Eben die Balance aus guter Unterhaltung und Anregen zum Nachdenken machte die Show zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dabei ließ Mario Richter, der das Zaubern von seinem Opa geerbt hat, das Publikum nicht nur passiv zusehen, sondern pickte sich immer wieder mehr oder weniger Freiwillige aus, die in seinen Zaubertricks assistierten: So verband er zwei Zuschauer mit dem Band der Freundschaft oder mit zwei zuvor zerrissenen Karten. Für das Zersägen benötigte er klassischerweise jedoch keine Jungfrau, sondern bediente sich einfach seines eigenen Armes.

Zylinder im Plüschhasenpo

Dass er scheinbar auch Gedanken lesen kann, bewies Mario Richter, als er den Lieblingsort, nämlich Edinburgh, einer Zuschauerin und den morgendlichen Brotaufstrich, Honig, eines Zuschauers „erriet“. Statt des Hasen aus einem Hut zog er den Zylinder aus einem Plüschhasenpo und ließ eine Bombe stellvertretend für das Finanzsystem hochgehen. Dann war erst einmal eine kurze Verschnaufpause mit frischer Luft angesagt, in der sich die Zuschauer Fragen stellten wie: Wie hat er das denn gemacht? Und: Hat das Theater Atrium eigentlich keinen Rauchmelder? Außerdem wurde fleißig diskutiert, welcher Trick denn nun der beste sei: Das Gedankenlesen oder aber das mit dem Zehn-Euro-Schein. Richter ließ einen Zehn-Euro-Schein aus dem Publikum verschwinden und witzelte mit einem Augenzwinkern: „So, das war’s. Haben Sie vielleicht noch einen 100-Euro-Schein?“ Glücklicherweise tauchte nach Zünden der Bombe jedoch der – Achtung, Wortwitz – Rettungsschirm mit dem Geldschein wieder auf.

Zum abwechslungsreichen Programm gehörte ebenfalls ein Moment der Besinnung, in dem der Künstler ein im Alter von 17 Jahren geschriebenes Gedicht vortrug. Sowie ein Überraschungsmoment des Zauberschülers Manuel Zelle, den man zuvor für einen beliebig ausgewählten Freiwilligen gehalten hatte und musikalische Hintergrundmusik, die im Schluss-Rap in den Vordergrund rückte, während Richter mit Hilfe von Konfetti aus einem roten Papierherz und einem Fächer „Liebe für alle“ verteilte.

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