Europapolitik live erleben
Europapolitik live erleben (Foto: Schule)
Schwäbische Zeitung

Mit dem Planspiel „Destination Europe“ ist die europäische Gesetzgebung für zwei Eingangsklassen des Beruflichen Gymnasiums an der Droste-Hülshoff-Schule hautnah erfahrbar geworden..

Am vergangenen Montag machte die EU-Kommission an der Droste-Hülshoff-Schule einen Vorschlag, wie die Asylpolitik der EU zukünftig gestaltet werden soll. Dieser Vorschlag wurde in einem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren zwischen „Europäischem Parlament“, „Rat“ und „Kommission“ verhandelt. Nach rund fünfstündiger Sitzungszeit waren die Teilnehmer der Mitgliedsstaaten zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Arbeit – und legten Schlips und Kragen sowie ihre Rollen als „EU-Parlamentarier“ wieder ab, um in einer Abschlussreflektion als „ganz normale“ Schüler die Veranstaltung auszuwerten.

Das Planspiel „Destination Europe“, das mit den Klassen EG 11 und SGG 11 unter der Leitung der Referenten Adrian Schilde vom CIVIC Institut für internationale Bildung und Michel Salzer von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg durchgeführt wurde, thematisierte die aktuelle Situation von Flüchtenden in Europa und die Frage, ob und wie eine gemeinsame europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik im Spannungsfeld von humanitärem Asylrecht und der Frage der Aufnahmebedingungen der EU gestaltet sein könnte.

Die Simulation des EU-Gesetzgebungsverfahrens war mit einer thematischen Einführung, Rollenkarten und entsprechendem Informationsmaterial durch die beiden Teamer vorbereitet, aber die Ausgestaltung ihrer Rollen, die Verhandlungen sowie die abschließende Einigung oblag den Schülern, die sehr verantwortungsvoll mit diesem sensiblen Thema umgegangen sind.

Bianca hat an diesem politischen Tag besonders gefallen, dass sie durch das Nachfühlen und Nachspielen ihrer Rolle einen viel tieferen Einblick in das Thema „EU-Gesetzgebung“ bekommen hat, als wenn sie sich Informationen einfach nur erlesen hätte. Und für Theresa, die schon einmal das EU-Parlament in Straßburg besichtigt hat, steht fest: „Ich habe heute viel mehr über europäische Gesetzgebung und die Arbeit von Europa-Politikern gelernt!“

So bekommen vielleicht die Aussagen der frisch geklebten Wahlplakate zur Europawahl im Mai ein Gesicht, einen Inhalt und einen Ansporn zum politischen Dialog.

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