Ab morgen auch hochoffiziell im Amt: Ettenkirchs Schulleiter Martin Müller-Schöll.
Ab morgen auch hochoffiziell im Amt: Ettenkirchs Schulleiter Martin Müller-Schöll. (Foto: gunnar m. flotow)
Gunnar M. Flotow

Seit Herbst 2016 hatte er die Don-Bosco-Schule kommissarisch geleitet, bevor er im Mai 2017 zum Schulleiter bestellt wurde: Martin Müller-Schöll. Am Freitag wird der 41-jährige nun auch ganz offiziell in sein neues Amt eingeführt.

Dienstpläne schreiben, Projekte anstoßen, neue Richtlinien des Kultusministeriums umsetzen, Elternarbeit, Umbaumaßnahmen planen, Schulobst organisieren, Pakete entgegennehmen und, nicht zu vergessen, Kinder unterrichten – die Aufgaben, die man als Leiter der Don-Bosco-Schule zu bewältigen hat, sind sehr vielseitig. „Es reizt mich zu gestalten. Es reizt mich, mit vielen verschiedenen Leuten zu arbeiten“, sagt Martin Müller-Schöll, der morgen hochoffiziell in das Amt des Schulleiters eingeführt wird, über seine Motivation für den neuen Job.

Mit der Bewerbung für die Rektorenstelle hat der 41-jährige Pädagoge einen Schritt unternommen, vor dem inzwischen immer mehr Lehrer zurückschrecken. Schon vor zwei Jahren hat die Landesregierung deshalb ein Programm aufgelegt, um mehr Schulleiter zu gewinnen. Eines der Hauptprobleme bleibt aber der mangelnde finanzielle Anreiz. Denn der 160-Euro-Aufschlag, der zum normalen Lehrergehalt dazukommt, entspricht oft nicht der Mehrarbeit und der zusätzlichen Verantwortung. „So eine Leitungsstelle muss man schon wollen. Wegen des Geldes muss man’s nicht machen“, betont auch Martin Müller-Schöll.

Sportprofil weiterentwickeln

Der neue Schulleiter hat sich vorgenommen, die Don-Bosco-Schule in Richtung Sportprofil weiterzuentwickeln. Unterstützung bekommt er dabei von einem FSJler, der auch Kontakt mit dem SV Ettenkirch hält. Als weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit nennt Müller-Schöll die Demokratieerziehung. Beispielsweise anhand eines Schülerparlaments sollen die Kinder lernen und verstehen, wie Demokratie funktioniert. „Demokratie ist nichts, was man auswendig lernen kann. Demokratie muss man leben“, stellt der 41-Jährige klar. Wer ihn nach seinem pädagogischen Leitbild fragt, erfährt, dass es ihm „wichtig ist, dass wir jedem Schüler gerecht werden“. Gelingen soll dies mit einem differenzierten Unterricht, in dem jeder Schüler in seinem eigenen Tempo arbeiten kann.

An den etablierten Prinzipien an der Ettenkircher Grundschule will Martin Müller-Schöll nicht rütteln. „Bei uns gibt es jahrgangsübergreifende Klassen. Das war vorher schon so und dahinter stehe ich auch.“ 47 Kinder besuchen derzeit die Don-Bosco-Schule. Aufgeteilt sind sie in eine gemeinsame erste und zweite Klasse sowie zwei gemeinsame dritte und vierte Klassen. Große Stücke setzt der Schulleiter auf das Baugebiet Pfatthaagäcker II in Waltenweiler. „Wenn das fertig ist, werden wir in absehbarer Zeit wieder vier Klassen haben.“

Zur Person:

Martin Müller-Schöll, Jahrgang 1976, wuchs in Tamm bei Ludwigsburg auf. Nach Abitur und Zivildienst nahm er sein Lehramts-Studium in Freiburg auf. Seine erste Lehrerstelle trat er an einer kleinen Schule im Schwarzwald an. Als klar war, dass die Schule geschlossen wird, wechselte er ans Landesinstitut für Schulentwicklung, für das er Qualitätsprüfungen an Schulen vornahm. Noch während er diese Tätigkeit ausübte, zog er 2011 nach Friedrichshafen. Seit 2014 lebt er in Ettenkirch. Nach fünf Jahren als Qualitätsprüfer zog es ihn zurück in den Schuldienst. Ab Frühjahr 2015 begann er als Vertretungslehrer an der Don-Bosco-Schule, zum folgenden Schuljahr bekam er ein volles Deputat. Ab Herbst 2016 leitete er die Schule kommissarisch. (flo)

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