Es nimmt kein Ende: Schon wieder gab es eine Flut von Schockanrufen im Bodenseekreis

 Oft sind es ältere Menschen, die zum Ziel von Schockanruf-Betrügern werden.
Oft sind es ältere Menschen, die zum Ziel von Schockanruf-Betrügern werden. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbol)
Redakteur
Schwäbische.de

Viele Menschen im Bodenseekreis sind am Mittwoch von Betrügern am Telefon belästigt worden. Wie die Polizei mitteilt, waren die Täter zum Teil erfolgreich und konnten an Geld gelangen.

„Sie gaben sich gegenüber den Opfern unter anderem als angebliche Polizeibeamte, Rechtsanwälte oder nahe Bekannte aus“, heißt es im Polizeibericht. Durch die „hinlänglich bekannten Varianten von Schockanrufen“ versuchten sie, ihre Opfer zur schnellen Überweisung von Geldbeträgen oder zur persönlichen Übergabe von Wertsachen zu bringen.

Einer Seniorin aus dem östlichen Bodenseekreis spielten die Betrüger laut Polizeibericht vor, dass ihr Sohn einen Verkehrsunfall verursacht haben soll. Bei diesem soll ein junges Mädchen ums Leben gekommen sein, so die perfide Lüge.

Hat jemand den Betrüger gesehen?

„Das Abwenden einer sofortigen Inhaftierung sei nur durch die Bezahlung einer Kaution möglich“, schreiben die Beamten. Daraufhin fuhr die Seniorin zur Bank und übergab nach einem mehrstündigen Telefonat einen fünfstelligen Betrag an einen Fremden.

Die Geldübergabe fand gegen 14 Uhr an einem vereinbarten Treffpunkt in Kressbronn in der Argenstraße statt. Der Abholer wird als etwa 50 Jahre alt, groß und augenscheinlich deutscher Herkunft beschrieben, so die Polizei. Er trug eine Mütze. Die Kriminalpolizei Friedrichshafen bittet unter Telefon 07541/7010 um Hinweise.

Einen ähnlichen Anruf erhielt auch ein Ehepaar aus dem westlichen Bodenseekreis. Ihre vermeintlich betroffene Tochter konnten sie zunächst nicht erreichen. Schockiert von der vorgespielten Nachricht fuhr die Frau deshalb zu ihrer Bank, um Gegenstände im Wert eines niedrigen sechsstelligen Betrags aus ihrem Schließfach abzuholen. „Glücklicherweise konnte die Tochter zwischenzeitlich kontaktiert werden, sodass der Betrug auffiel“, schreibt die Polizei.

Auch auf Whatsapp wird betrogen

Im gleichen Bereich wurde ein Mann Opfer eines sogenannten Whatsapp-Betrugs. Über den Messenger gaben sich die Unbekannte als Tochter des 63-Jährigen aus. Sie erzählten eine erfundene Geschichte und baten darum, eine dringende Rechnung zu begleichen.

„In der Annahme, er würde seiner Tochter unter die Arme greifen, überwies er einen vierstelligen Eurobetrag“, heißt es im Polizeibericht. Erst als seine vermeintliche Tochter eine weitere Rechnung beglichen haben wollte, schöpfte der 63-Jährige Verdacht und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Was die Polizei rät

Die Beamten warnen laut Bericht eindringlich zur Vorsicht und zu einem gesunden Maß an Misstrauen. „Werden Sie hellhörig, wenn Unbekannte anrufen, und legen sie im Zweifel unverzüglich auf“, schreiben sie.

„Sollten Angehörige angeblich in einer misslichen Lage sein, rufen Sie diese auf der Ihnen bekannten Nummer zurück oder nehmen Sie persönlich Kontakt auf und vergewissern Sie sich nach deren Wohlergehen.“ Außerdem sollten Betroffene im Verdachtsfall Kontakt zur Polizei aufnehmen, die zum weiteren Vorgehen berät.

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