Erneuerbare Energien in Friedrichshafen stärken

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Simon Wolpold
Simon Wolpold (Foto: wolpold)
Schwäbische Zeitung

Simon Wolpold (Netzwerk für Friedrichshafen) hat bei der Kommunalwahl am 26. Mai erstmals den Sprung in den Gemeinderat geschafft. Der 27-jährige ist in Friedrichshafen aufgewachsen, machte Abitur am GZG und studierte ökologische Agrarwissenschaften in Kassel. Mittlerweile arbeitet er im elterlichen Betrieb, er bezeichnet sich als „Landwirt aus Leidenschaft“. Die SZ hat den neuen Ratsmitgliedern die gleichen sechs Fragen gestellt – und veröffentlicht sie mitsamt der Antworten in einer kleinen Serie.

Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?

Ehrlich, geradlinig, wissbegierig.

Was zeichnet Friedrichshafen ihrer Meinung nach aus?

Friedrichshafen ist zunächst meine Heimatstadt. Darüber hinaus ist Friedrichshafen für mich eine Stadt der Kontraste. Traumhafte Natur mit Bodensee und Alpenblick auf der einen, Hochtechnologie und Großkonzerne auf der anderen Seite.

Wo hat Friedrichshafen Nachholbedarf?

Definitiv im ökologischen Sektor. Als Industriestadt liegt der Fokus zu oft auf neuen Bauprojekten, ohne die Umweltkomponente mit einzubeziehen, geschweige denn angemessen zu berücksichtigen. Ebenso beim enormen Energiehunger unserer Industrieunternehmen, der leider nur zu kleinen Teilen mit erneuerbaren Energien gedeckt wird. In der Landwirtschaft erfahren Landwirte wenig Wertschätzung für die essenzielle und gesellschaftlich wichtige Arbeit. Hier muss insbesondere Flächenfraß gebremst werden.

Warum haben Sie für den Gemeinderat kandidiert?

Politik hat mich schon immer interessiert und durch das Netzwerk für Friedrichshafen stieg das Interesse so sehr, dass ich mich zur Kandidatur entschieden habe. Ich habe Lust inhaltlich zu diskutieren und die Stadt nach vorne zu bringen. Außerdem braucht es in der Politik generell mehr junge Menschen, zu denen ich mich hoffentlich noch zählen darf.

Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Grüne Themen sowie Umweltthemen und natürlich die Landwirtschaft als meine Leidenschaft. Friedrichshafen sollte sich viel mehr mit der Energiefrage beschäftigen und damit, wie der Energiehunger erneuerbar gestillt werden kann. Außerdem möchte ich den Direktabsatz von Landwirten an Endverbraucher stärken, auch um bei den Verbrauchern wieder Wertschätzung für die Produkte zu generieren und von der Erzeugerseite eine bewusste Abkopplung vom instabilen Weltmarkt/Großhandel zu ermöglichen.

Welche Kenntnisse und Erfahrungen können Sie in die Arbeit im Friedrichshafener Gemeinderat einbringen?

Die Arbeit mit Boden und Tieren erdet ungemein, diese Bodenständigkeit will ich mir behalten, um von einem guten Standpunkt aus mitzudiskutieren. Vor allem die Problemlösungskompetenz eines Landwirts kann von Vorteil sein, Pragmatismus und Zielstrebigkeit gehören für mich ebenso zum Alltag, wovon ich profitieren werde. Die Unternehmensführung an sich, mit all ihren Facetten, ist ebenfalls eine gute Voraussetzung für ein solches Amt.

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