Rolls-Royce-Power-Systems zieht positive Bilanz nach erstem Halbjahr
Der Umsatz ist um 13 Prozent auf mehr als 1,6 Milliarden Euro gestiegen. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt.
Ressortleiter Wirtschaft

Die stabile Nachfrage nach großen Dieselaggregaten hat für gute Halbjahreszahlen beim Friedrichshafener Motorenbauer MTU gesorgt. Die Umsätze der Traditionsmarke, die zu Rolls-Royce-Power-Systems-Sparte (RRPS) der britischen Konzerns Rolls-Royce gehört, sind in den ersten sechs Monaten um 15 Prozent auf 1,672 Milliarden Euro gestiegen. Der operative Gewinn (Ebit vor Finanzierung) legt sogar um mehr als 200 Prozent auf 91 Millionen Euro zu. „Wir sind weiter in der Erfolgsspur und haben nach einem guten Jahr 2017 noch zugelegt“, sagte RRPS-Vorstandschef Andreas Schell am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz.

Deutlich verbessert hat sich nach Angaben von Finanzchef Marcus Wassenberg auch die operative Umsatzrendite, da die Produktion so gut wie ausgelastet sei. Sie stieg von 2,0 auf 5,4 Prozent. Und auch die Perspektive stimmte Wassenberg optimistisch: „Wir haben 80 Prozent der Aufträge für 2018 bereits in den Büchern.“

Das Transformationsprogramm „RRPS 2018“, mit dem sich das Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten – sprich effizientere Strukturen schaffen, Komplexität verringern, agiler und flexibler werden, Angebotspalette verschlanken und konsequent neue Märkte bearbeiten – wollte, sei erfolgreich gewesen. „Neue Maßnahmen am Standort Friedrichshafen gibt es nicht“, sagte Wassenberg.

Der Wandel müsse aber weitergehen. „Das Personal wird sich verändern, wir werden viel unternehmen, um die Mitarbeiter mitzunehmen“, erklärte der Finanzchef weiter. So werden in Kürze 100 weitere Motorenentwickler in der Elektrotechnik weitergebildet. Die Mitarbeiterzahl der digitalen Unit am Standort wird verdoppelt, von 40 auf 80. Von September an, wenn 73 neue Auszubildende und Studenten der Dualen Hochschule (DH) anfangen, beschäftigt RRPS in Friedrichshafen 270 Auszubildende und DH-Studenten. Im September 2019 stellt RRPS nach eigenen Angaben 83 Auszubildende und DH-Studenten ein – zehn mehr als 2018. Neu angeboten werden Ausbildungsgänge in Informatik und Elektrotechnik. Hintergrund dieser neuen Kompetenzen, die RRPS ins Unternehmen holt, ist das Ziel, die Wachstumschancen, die sich aus den neuen Technologien ergeben, bestmöglich zu nutzen. „Das gilt vor allem für den Elektroansatz, aber auch für Gasaggregate oder Antriebe mit alternativen Kraftstoffen“, sagt Andreas Schell. „Vor allem im Bahn und Marinebereich fragen Kunden mehr und mehr Hybridsys-teme nach.“

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