„Er hat sich nie den bequemsten Weg ausgesucht“

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Die meisten Gründungsmitglieder der Kolpingfamilie in Berg erhalten ihre Ehrung bei der Jubiläumsfeier in Berg persönlich.
Die meisten Gründungsmitglieder der Kolpingfamilie in Berg erhalten ihre Ehrung bei der Jubiläumsfeier in Berg persönlich. (Foto: Ruth Maria Schwamborn)
Ruth Maria Schwamborn

25 Jahre sind seit der Gründung der Kolpingfamilie in Berg vergangen. Ein guter Grund, dieses besondere Jubiläum am Sonntagmorgen zu feiern. In einem Festgottesdienst in der vollbesetzten Kirche St. Nikolaus in Berg gedachte Pfarrer Rudolf Bauer in seiner Predigt Adolph Kolping: „Er hat sich nie den bequemsten Weg ausgesucht. Er hat die sozialen Missstände angeprangert, aber sich auch einen Lösungsweg ausgesucht und es nicht denen ,da oben’ überlassen zu handeln, sondern ganz konkret etwas geschaffen, was den Benachteiligten helfen kann. Etwas, das bis heute Bestand hat.“

Frei nach dem Zitat von Adolph Kolping „Anfangen ist das Schwerste, treu bleiben das Beste“, zog Pfarrer Bauer Parallelen zur Kolpingfamilie in Berg. Diese hatte sich vor 25 Jahren ebenso auf den Weg gemacht, habe den Neuanfang gewagt und musste feststellen, dass treu zu bleiben genauso herausfordernd sein kann wie den Anfang zu wagen. Er dankte den Mitgliedern in Berg für ihr soziales Engagement und die vielen Spenden, welche sie für soziale Zwecke in all den Jahren zusammengetragen haben.

Dem Werk des Gründers folgen

Auch der Diözesanvorsitzende Eugen Abler sprach anschließend bei einer kleinen Feier im Gemeindehaus seinen Dank aus und richtete seinen Appell an alle, sich immer wieder zu hinterfragen: „Sind wir alle noch im Geiste unseres Gründers unterwegs?“ Die Kolpingfamilie in Berg mit ihren 82 Mitgliedern sei dies zweifelsohne. „Hier herrscht eine gelebte Wirklichkeit mit christlicher Orientierung. Ihre Gemeinschaft ermöglicht Sinn und Ausrichtung durch vorgelebte Werte. Durch Ihr soziales Engagement sich um die Menschen zu sorgen, welche nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ist das ein Stück Heimat, welches Sie den Menschen vermitteln.“ Er bat die Mitglieder, sich den Fragen und Herausforderungen des Lebens zu stellen und weiterhin so vorbildlich und engagiert die Werke des Gründers zu verfolgen.

Ortsvorsteher Georg Schellinger bestätigte der Kolpingfamilie Berg, das diese ein absolutes Erfolgsmodell sei und entgegen so genannten sozialen Netzwerken, welche bei näherer Betrachtung meist eher asozial erschienen, Kolping ein wirklich soziales Netzwerk gewesen sei, das die Mitglieder der Kolpingfamilie Berg genau so weitertragen. „Sie sind alles andere als weltfremd oder abgeschottet. Ich treffe viele Mitglieder in anderen Vereinen. Sie leben, was Adolph Kolping vorgelebt hat: das Ausleben christlicher Werte durch vielfältige Aktionen und Spendenverteilung. Ihre Kolpingfamilie in Berg ist ein wahrhaftiges soziales Netzwerk und dazu kann man nur gratulieren.“

Bevor die Erste Vorsitzende Irmgard Steinberger etliche Ehrungen vornehmen dufte, bedankte auch sie sich bei ihren „Familienmitgliedern“. „Es ist ein vertrauter Kreis, welcher für manchen wirklich zu einer Familie geworden ist. Der Samen Adolph Kolping ist in Berg aufgegangen“, sagte sie. Also ganz im Sinne des Begründers.

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