Enge Kooperation mit dem Klinikum Friedrichshafen (von links): Zum nephrologischen Ärzteteam der Gemeinschaftspraxis für Innere
Enge Kooperation mit dem Klinikum Friedrichshafen (von links): Zum nephrologischen Ärzteteam der Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin und Dialyse gehören Dr. med. Odd S. Aakervik, Dr. Axel Versen, Dr. Sabine Schattenberg und Dr. Lukas Piazolo. (Foto: MCB)
Schwäbische Zeitung

Quasi „Tür an Tür“ arbeiten das Klinikum Friedrichshafen und die Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin und Dialyse im benachbarten Ärztehaus am Klinikum seit vielen Jahren. Eng verzahnt sind ambulante und stationäre Behandlungen insbesondere in den Bereichen Nephrologie (Nierenerkrankungen) und Dialyse sowie Hämato-Onkologie (Blut- und Tumorkrankheiten). Aber auch im Bereich der Kardiologie (Herzerkrankungen) hat sich die Kooperation seit Langem bewährt. Das berichtet das Klinikum in einem Schreiben.

„Durch die räumliche Nähe ist die Zusammenarbeit mit unserem Umzug von der Friedrichshafener Werastraße ins Ärztehaus im Jahr 2011 viel einfacher geworden“, erklärt Dr. Axel Versen, Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie und Diabetologie. „Die Kollegen kennen sich seit vielen Jahren, wir sind ein gut eingespieltes Team und die kurzen Wege kommen nicht nur uns, sondern insbesondere den Patienten zugute.“ Sehr deutlich wird diese Kooperation in beide Richtungen am Beispiel der Dialyse.

Versen schildert den Fall eines Patienten, der seit Jahren aufgrund einer Nierenerkrankung in die Gemeinschaftspraxis kommt: „Leider hat sich seine Nierenfunktion verschlechtert und er wurde dialysepflichtig, das heißt, sein Blut muss mehrmals pro Woche von giftigen Stoffen gereinigt werden, da die eigenen Nieren diese Aufgabe nicht mehr übernehmen.“ Da pro Minute 300 Milliliter Blut gereinigt werden, müssen die Blutgefäße entsprechend vorbereitet sein. Im Klinikum erhalten Dialyse-Patienten deshalb in einer Operation ein gut zugängliches, stabiles Blutgefäß, den sogenannten Shunt. Dabei schließt ein Gefäßchirurg eine Vene an ein arterielles Blutgefäß an, um den Blutfluss zu beschleunigen. Auch wenn es Probleme, wie die Verengung eines Gefäßes, gibt, seien die Klinik-Spezialisten zur Stelle. „Dies ist extrem wichtig, da die Unterbrechung der Dialysefähigkeit für den Patienten ein lebensbedrohliches Risiko ist.“

Auf der anderen Seite kommen die Nephrologen der Gemeinschaftspraxis ins Klinikum, wenn es beispielsweise im Zusammenhang mit einer Operation oder einem Unfall zum Nierenversagen kommt. „Unsere Dialyse-Apparate sind vor Ort im Klinikum und wir haben an 365 Tagen einen 24-stündigen Bereitschaftsdienst.“ Da das Klinikum Friedrichshafen keine eigene Nephrologie hat, sind die Spezialisten aus der Praxis auch zur Stelle, wenn ein Patient mit einer Nierenerkrankung behandelt werden muss.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen