Sympathisch versteht es der Extremkletterer Alexander Huber, die Begeisterung für seine Passion mit dem Publikum zu teilen.
Sympathisch versteht es der Extremkletterer Alexander Huber, die Begeisterung für seine Passion mit dem Publikum zu teilen. (Foto: GSB)
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„Die steile Welt der Berge“ hat der Extremkletterer Alexander Huber beim Fotofestival „Wunderwelten“ am Wochenende im Graf-Zeppelin-Haus gezeigt. Bekannt geworden ist er als einer der „Huberbuam“, wie sich die Brüder Thomas und Alexander bis heute nennen und publikumswirksam inszenieren. Sowohl gemeinsam als auch getrennt haben sie längst ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, als Seilschaft und solo teilen die Allrounder der Sportkletterei ihre Erlebnisse und Erfolge multimedial.

Die Geschichte der Berge ist viel älter als die Geschichte der Menschheit. Noch viel jünger ist die Geschichte des Bergsteigens, denn über viele Jahrhunderte bildeten die steilen Gemäuer bloße Kulissen, von denen Gefahr ausging. Erst mit den Freiräumen der Zivilisation wuchs die Faszination, doch die Gefahr ist geblieben. Huber gab einen Abriss der Geschichte des Alpinismus, als dessen Geburt die Erstbesteigung des Mont Blanc 1787 gilt. Auf die Spuren des Gründervaters des Sportklettergedankens Paul Preuß begab er sich 2011, als dessen Solobesteigung der Ostwand des Guglia di Brenta sich zum hundertsten Mal jährte. Nicht der Aufstieg auf den nahezu senkrecht aufragenden Felsturm sei die große Herausforderung, sondern der Rückweg. „Da stehst du ganz oben und musst auch wieder ganz runter.“ Zwar hätten die Kletterer von heute einen anderen Trainingszustand als früher sowie bessere Kletterschuhe und Magnesium, aber „ich bin keine Alpendohle. Ich muss da auch wieder runter und die Augen sind oben am Kopf, nicht unten an den Zehen“, was die Orientierung erschwere. Wichtig seien insbesondere beim Freiklettern langsame, runde Bewegungen, keine Nervosität: „Die Angst lenkt und leitet, sie garantiert, dass ich voll konzentriert jeden Quadratzentimeter klettere.“

Die Besteigung der „Schweizer Nase“, des schwersten Teils des Matterhorns, bezeichnete Huber als seinen persönlichen Traum, den er sich in Seilschaft mit dem Spezialisten der Matterhornnordwand Dani Arnold erfüllte. Die Biwakierung auf engstem Raum war mit wiederholten Platzwechseln verbunden, um die Druckstellen durch die Steine zu ändern: „So arbeitet man sich durch die Nacht. Die Zeit vergeht nicht und du beginnst zu beten, dass die Uhrzeiger sich bewegen.“ Die Belohnung erfolgte tags darauf mit Blick von einem der exponiertesten Gipfel.

Um der Magie der Berge zu begegnen braucht es jedoch keine Viertausender. Die eisige Landschaft Ostgrönlands lernte Huber in Begleitung seines bayrischen Nachbarn Hubert von Goisern kennen, der in der Arktis, auf der größten Insel der Welt, ein Konzert gab. Gemeinsam mit Musher Immanuel und seinen Schlittenhunden zog Huber los, um dann alleine, als einziger Mensch am Berg einen „geilen, scharfen Gipfel“ ohne Ausrüstung, nur mit Steigeisen zu erklimmen.

Verantwortung für die Natur

Die Show endete mit Eindrücken aus der Berchtesgadener Bergwelt und Alexander Huber als Heu erntendem Bergbauern mit nacktem Oberkörper. Mit reichlich Applaus quittierten die etwa 1000 Fans die Magie der Bilder und die Faszination, die der fünfzigjährige Huberbua mit dem Publikum ebenso teilte wie die Aufforderung zum verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und den Herausforderungen durch die Klimaerwärmung.

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