Ein gelungenes Adventskonzert präsentierte die Musikschule Friedrichshafen in der Bonhoeffer Kirche. Auf unserem Bild das Jugend
Ein gelungenes Adventskonzert präsentierte die Musikschule Friedrichshafen in der Bonhoeffer Kirche. Auf unserem Bild das Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Andres Schreiber mit Siri Raupach als Flöten-Solistin. (Foto: oto: wilfried geiselhart)
Wilfried Geiselhart

Die „Co-Produktion“ – so die Formulierung von Pfarrer Hannes Bauer – ist zum wiederholten Mal geglückt! Das Adventskonzert der Musikschule Friedrichshafen in den Weihnachtsmarkt der Bonhoeffer-Kirchengemeinde einzubetten, erwies sich auch in diesem Jahr als eine Bereicherung für alle Beteiligten, vor allem für die vielen Besucher, die am späten Samstagnachmittag kamen, um sich zunächst Glühwein, Kinderpunsch oder leckere Waffeln schmecken zu lassen, sich am offenen Feuer zu wärmen und sich bei weihnachtlichen Klängen auf die Adventszeit einstimmen zu lassen.

Den musikalischen Anfang machte im Freien das Bläserensemble „Windstärken“ unter der Leitung von Thomas Unger mit Klassikern wie „Alle Jahre wieder“ oder „Lasst uns froh und munter sein“, aber auch mit einem fetzigen „Go, Tell It On The Mountains.“ Beim eigentlichen Konzert, zu dem im Anschluss in die Kirche eingeladen wurde, durften sich alle Freunde der Musikschule von der großen Bandbreite der musikalischen Ausbildung aufs Neue überzeugen lassen. Mit der „Italiana“ von Ottorino Respighi entführte das Jugendsinfonieorchester unter dem Dirigat von Andres Schreiber zunächst mit Verve in die Anfänge der Alte-Musik-Bewegung im Italien des frühen 20. Jahrhunderts. Gelungen ist auch die Idee, im weiteren Verlauf des Konzerts immer wieder kleinere Passagen aus dem Bach’schen Weihnachtsoratorium mit sattem Klangkörper einfließen zu lassen.

Schön wie immer war der Wechsel zwischen getragenen und beschwingten Klängen, wie er etwa im Lento und Allegro der Suite für Flöte und Streichorchester von Georg Philipp Telemann zum Ausdruck kommt. Hier konnte sich Flötistin Siri Raupach als Solistin auszeichnen, während sich das Orchester in angenehmer Weise zurücknahm. Viel beklatscht wurde auch der Auftritt von Julian Klemm, der als Violinensolist den ersten Satz der spannungsgeladenen Partita d-Moll von Johann Sebastian Bach gekonnt interpretierte. Bezaubernd die jungen Stimmchen der zehn- und elfjährigen Mädels Yael Schärer und Chloe Goyarzu, die von Klavierlehrer Ulrich Murtfeld begleitet wurden und ein süßes „Lieb Nachtigall, wach auf“ aus dem Bamberger Gesangbuch von 1670 vortrugen.

Viele weitere Höhepunkte wären zu nennen, etwa die groovenden Trompeten beim Gospel „Steal Away To Jesus“ oder das gepflegte Zusammenspiel zwischen Jugendsinfonieorchester und dem von Hans-Dietrich Buchheim geleiteten Blockflötenensemble bei einem Werk von Johann Joseph Fux. Interessant dabei war insbesondere der Blick auf die große Palette unterschiedlicher Blockflöten. Die jungen Musikerinnen und Musiker waren an diesem besinnlichen Abend aber keine Alleinunterhalter. Und das Publikum ließ sich auch nicht zweimal bitten, um bei „Tochter Zion“, „O du fröhliche“ und schließlich beim finalen „Stille Nacht“ mit voller Brust einzustimmen – und die spirituelle Stimmung des gelungenen Abends in die kalte Winternacht hinauszutragen.

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