„Eine Darmspiegelung ist heutzutage schmerzfrei“

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Ein Koloskop zur Darstellung der Schleimhaut im Darm hat einen geringeren Durchmesser als eine Ein-Cent-Münze.
Ein Koloskop zur Darstellung der Schleimhaut im Darm hat einen geringeren Durchmesser als eine Ein-Cent-Münze. (Foto: Burda-stiftung)
Schwäbische Zeitung

Die Häfler Darmspezialisten Professor Frank Mayer und Professor Helmut Oettle machen bei der Aktion „Zeit fürs Wesentliche – Deutschland gegen Darmkrebs mit“. Sie appellieren wie Tausende ihrer Kollegen an die Bevölkerung, rechtzeitig an die Darmkrebsfürsorge zu denken.

Der Mensch gewinnt seine Erkenntnisse meistens aus Erfahrungen. Rückblickend würden viele von ihnen gewisse Dinge im Leben ändern, wenn sie nur könnten, heißt es in einer Pressemitteilung. Da man bekanntlich jedoch nicht in die Vergangenheit reisen kann, bleibt nur die Erkenntnis, dass lediglich die Zukunft beeinflussbar ist. Entscheidungen, die unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen können, werden im Hier und Jetzt getroffen. Wie wäre es also mal mit einer bewussten Entscheidung für eine darmkrebsfreie Zukunft – investieren Sie sozusagen ein wenig „Zeit fürs Wesentliche“, schreibt die Aktion Deutschland gegen Darmkrebs.

Im März appellieren viele Mediziner verstärkt an die Bevölkerung, die angebotenen Möglichkeiten zur Darmkrebsvorsorge besser zu nutzen. Denn immer noch sterben in Deutschland mehr als 25 000 Menschen an Darmkrebs. Diese Zahl könnte man drastisch verringern, versichern die Häfler Ärzte Oettle und Mayer. „Die Darmspiegelung ist das beste Vorsorgeinstrument“, erklären die Experten mit Blick auf die vielen Vorsorgemöglichkeiten. Sie gehören zu den rund 2400 Fachärzten in Deutschland, die eine Vorsorge-Darmspiegelung durchführen dürfen. und mit einer breiten Informationskampagne über Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge aufklären. Bundesweit machen bei der Kampagne mehr als 5000 Arztpraxen, Apotheken und sämtliche Reformhäuser mit. In den kommenden Wochen werden Hunderttausende Informationsflyer verteilt und in den Auslagestellen vor Ort wird zum Thema Darmkrebs beraten. Ziel ist es, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, die Vorsorgemöglichkeiten in Anspruch zu nehmen und somit das eigene Leben möglichst zu verlängern.

Darmkrebs gehört mit rund 61  000 Neuerkrankungen im Jahr zu den am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Zwar ist die öffentliche Aufmerksamkeit für die Bedeutung einer effizienten Darmkrebs-Früherkennung in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt Felix Rotaru, Projektleiter der Aktion „Deutschland gegen Darmkrebs“. Allerdings sei weitere Aufklärung nötig, um auch nachhaltige Erfolge zu erreichen. Rotaru möchte vor allem mit dem Mythos der schmerzbehafteten Untersuchung aufräumen: „Eine Darmspiegelung ist heutzutage in der Regel schmerzfrei und dauert nur etwa 15 bis 20 Minuten“. Auf Wunsch kann vor der Untersuchung eine Beruhigungsspritze gegeben werden. Dann „verschläft“ man sogar die komplette Prozedur. Der leere Darm wird dabei mit einem dünnen, flexiblen Schlauchsystem (Koloskop) untersucht. An der Spitze befindet sich eine hochempfindliche Videokamera, die Bilder aus dem Darminneren auf einen Monitor liefert. Der Arzt kann so die gesamte Darmwand beurteilen. Die Kosten werden bei Versicherten ab 55 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, bei einer familiären Vorbelastung sogar noch früher.

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