Der erste Spatenstich ist getan (von links): Roland Vollmuth (Ehrenvorsitzender SVE) , Waldemar Witulski (zweiter Vorsitzender S
Der erste Spatenstich ist getan (von links): Roland Vollmuth (Ehrenvorsitzender SVE) , Waldemar Witulski (zweiter Vorsitzender SVE), Bürgermeister Andreas Köster, Werner Brugger, Thomas Stoppel (beide Architekten), OB Andreas Brand, Mona Foltan (Vorsitzende SVE), Ortsvorsteher Achim Baumeister, Markus Amann (dritter Vorsitzender SVE) und Karl-Heinz Rist (Förderverein). (Foto: W.Geiselhart)
Wilfried Geiselhart

„Heute ist ein richtig guter Tag für Ettenkirch und damit auch für Friedrichshafen.“ Oberbürgermeister Andreas Brand brachte die fast feierliche Stimmung auf den Punkt, die am Samstagmorgen unter den zahlreichen Gästen vorherrschte. Zum Spatenstich für den Neubau des „Sportvereins- und Gesundheitszentrums mit Bürgersaal“ hatte das Häfler Stadtoberhaupt aber nicht nur launige Worte, sondern auch die quasi druckfrische Baugenehmigung mitgebracht, die von Mona Foltan als Vorsitzende des SV Ettenkirch natürlich gerne gegengezeichnet wurde.

„Die Kombination von Gesundheits- und Sportzentrum mit einem Bürgersaal ist im besten Sinne anders und im besten Sinne etwas Besonderes – und hat Vorbildcharakter“, betonte Brand. Eine Einschätzung, die auch von Ortsvorsteher Achim Baumeister geteilt wird. „Ein lang gehegter Wunsch wird nun bald Wirklichkeit“, freut er sich. Der Neubau sei angesichts der vorhandenen Platzprobleme nicht nur aus sportlicher Hinsicht dringend, sondern durch die Einbeziehung des Bürgersaals auch für die Stadt Friedrichshafen ein Gewinn. Dass der SV Ettenkirch als „Bauherr“ auftrete, sei eine Entscheidung, die auch viel Mut erfordert habe.

Im Namen des Württembergischen Landessportbundes sprach Marcus Lachenwitzer von einen „Meilenstein“, der nicht nur dem Sport, sondern auch dem sozialen Austausch zu Gute komme. „Dies wird ein Ort, an dem die Menschen zuhause sind“, sagt er. Von allen Gruß- und Festrednern wurde die gute und vertrauensvolle Arbeit zwischen allen Beteiligten, insbesondere zwischen Stadt und SV Ettenkirch gewürdigt. Der Fördervereinsvorsitzende Karl-Heinz Rist ging in seiner Ansprache auf die Historie des Projekts ein, dessen Anfänge bis in die 1990er zurückreichen. Er lobte aber auch die Vereinsverantwortlichen, die für ihre Initiative eine 98-prozentige Zustimmung in der zugehörigen außerordentlichen Mitgliederversammlung erhalten hätten.

Seit Jahren ist der Platz immer enger für den SV Ettenkirch geworden. Der Verein hat im vergangenen die Rekordzahl von insgesamt 1171 Mitlieder verzeichnet. Mitgliederstärkste Abteilung ist das Fitness-Studio mit rund 450 Mitgliedern, gefolgt von den Abteilungen Turnen, Fußball und Tischtennis. Nach aktueller Planung wird für das Sportvereins- und Gesundheitszentrum inklusive des Bürgersaals mit einem gesamten Investitionsvolumen von 3,76 Millionen Euro gerechnet, wie Architekt Thomas Stoppel vermeldete.

Im Vorjahr war von 3,25 Millionen Euro gesprochen worden. Die Anpassung sei vor allem auch den rapide gestiegenen Handwerkerkosten geschuldet, betont Stoppel. Laut Gemeinderatsbeschluss von 2017 erhält der SV Ettenkirch einen Zuschuss der Zeppelin Stiftung von maximal 733 000 Euro.

Bagger rollen im August an

Nach Fertigstellung des Bürgersaals wird dieser von der Stadt übernommen, die dem Verein dann die entstandenen Kosten zu 100 Prozent in Höhe von maximal 960 000 Euro zurückzahlt. Das Grundstück südlich der Ludwig-Roos-Halle wird dem Sportverein im Rahmen eines Erbbaurechts zur Verfügung gestellt. Das bisherige SVE-Center an der Ludwig-Roos-Halle soll später ebenfalls von der Stadt für 86 000 Euro übernommen werden und in die Nutzung des Jugendtreffs Ettenkirch übergehen.

„Im August werden die ersten Bagger anrücken“, sagt Architekt Thomas Stoppel. Die Auftragsarbeiten für den Rohbau seien bereits vergeben. Mit einer Fertigstellung und Einweihung des Großprojekts wird für Herbst 2019 gerechnet.

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