Ein Mega-Event für die Geocacher-Gemeinde

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Die Macher des „Project Let’s Zeppelin 2017“ freuen sich auf ein Mega-Event: Unser Bild zeigt (oben von links): Ralf Blase, Lea
Die Macher des „Project Let’s Zeppelin 2017“ freuen sich auf ein Mega-Event: Unser Bild zeigt (oben von links): Ralf Blase, Lea Kühl, Gero Wolf; (unten) Karin Gaus, Caroline Dequick, Claudia Kühl, Tina Scherer und Sven Kühl. (Foto: pr)
Gunnar M. Flotow

47 Grad 40 Minuten 25 Sekunden Nord, 9 Grad 30 Minuten 26 Sekunden Ost: Das sind die Koordinaten eines Geocaching-Events, wie es Friedrichshafen noch nicht gesehen hat. 4000 Besucher werden am Wochenende im Zeppelin-Hangar zum „Project Let’s Zeppelin 2017“ erwartet. Die Schwäbische Zeitung hat die wichtigsten Infos zusammengestellt.

Was ist Geocaching überhaupt?

Geocaching ist ein Outdoor-Spiel, bei dem man mit Hilfe eines GPS-fähigen Gerätes – das kann auch ein Smartphone sein – ein Versteck, den „Geocache“, finden muss. Es wird daher auch gerne als moderne Schnitzeljagd bezeichnet. Geocaching begann, kurz nachdem die US-Regierung im Jahre 2000 den Störsender, der das Satellitensignal der GPS-Satelliten künstlich verschlechtert hatte, abschalten ließ. Ab diesem Zeitpunkt konnten die Satellitensignale auch für die Navigation im zivilen Bereich mit einer Genauigkeit im Meter-Bereich genutzt werden. Am 3. Mai 2000 versteckte der US-Amerikaner Dave Ulmer in der Nähe von Portland im Bundesstaat Oregon einen Eimer mit einer CD, einer Videokasette, Geldscheinen, einem Buch, einer Steinschleuder und einer Konserve mit Bohnen mitten im Wald. Die Position: 45 Grad 17 Minuten 28 Sekunden Nord, 122 Grad 24 Minuten 48 Sekunden West. Ulmer veröffentlichte die Koordinaten im Internet und schon einen Tag später wurde der „Schatz“ mittels eines GPS-Gerätes gefunden. Heutzutage können sich Geocacher Beschreibungen über das Internet herunterladen und sich auf die Suche machen. Hat der Geocacher den Geocache gefunden, trägt er sich in das Logbuch ein, das sich im Behälter befindet. Laut Anbieter des größten Geocaching-Verzeichnisses geocaching.com gibt es derzeit weltweit mehr als drei Millionen aktive Geocaches. Deutschland gehört zu den aktivsten Geocaching-Ländern mit aktuell etwa 350 000 Geocaches. (sz)

Was steckt hinter „Project Let’s Zeppelin 2017“?

Einmal im Jahr trifft sich die große Gemeinde der Geocacher zu einem so genannten Mega-Event. Wer es ausrichten will, muss sich bewerben und das GC-Project-Komitee überzeugen. Die Veranstaltungen stehen unter einem bestimmten Motto. Im vergangenen Jahr, als 5000 Besucher auf die Zeche Zollverein nach Essen kamen, lautete es „Project Glück Auf“. Auf der Hand liegt, dass sich das Event in Friedrichshafen um das Thema Zeppelin drehen muss. Als Location dient der Hangar an der Allmannsweiler Straße. Dort können die Besucher den Zeppelin starten und landen sehen, natürlich kommt auch das Cachen nicht zu kurz. Das Treffen soll übrigens nicht in erster Linie eine Geocaching-Werbeveranstaltung sein, sondern ein fröhliches Miteinander und ein Forum, um Erfahrungen auszutauschen. Angesagt haben sich vor allem Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aber auch aus Frankreich, Polen, Tschechien und sogar den USA liegen Anmeldungen vor.

Wer ist der Veranstalter?

Macher dieses Mega-Events sind die Geocachingfreunde Oberschwaben-Bodensee. Dieser Verein wurde im Januar 2016 gegründet, Vorsitzender ist Sven Kühl. Er ist auch der Chef des Organisationsteams, das seit anderthalb Jahren „Let’s Zeppelin 2017“ vorbereitet. Vereinszweck ist generell, die Region Bodensee-Oberschwaben für Geocacher noch attraktiver zu machen.

Wie kam das Event an den See?

„Wir wollten einfach so ein Geocaching-Mega-Event mal nach Friedrichshafen holen“, berichtet Sven Kühl. Ganz so mega, wie es jetzt ist, sollte es ursprünglich gar nicht werden, berichtet der Organisations-chef. „So in Richtung 1000 Teilnehmer sollte es hingehen.“ Zunächst wollten die Geocachingfreunde die Messe Friedrichshafen als Projektpartner gewinnen, doch die lehnte ab. Dank eines persönlichen Kontakts kam das Organisationsteam mit Luftschiffbau Zeppelin ins Gespräch. Mit einer Präsentation konnten Sven Kühl und seine Mitstreiter die Geschäftsführung für das Projekt begeistern. „Als Thomas Brandt von seinen ersten Cache-Erfahrungen berichtet hat, war nach anderthalb Stunden das Eis gebrochen.“ Mit dem prominenten Partner wuchsen allerdings die Anforderungen ans Event. „Wenn wir uns die Miete für den Zeppelin-Hangar leisten wollten, musste das Event größer werden“, sagt Sven Kühl. Als Vereinsvorsitzender trägt er übrigens das wirtschaftliche Risiko der Veranstaltung. Wenn Kühl auf die erste Idee zurückblickt und mit dem Event vergleicht, das nun herausgekommen, fällt ihm nur eines ein: „Wir waren etwas blauäugig.“

Was steht auf dem Programm?

Los geht das „Project Let’s Zeppelin 2017“ am Freitag, 18. August, ab 18 Uhr mit dem „Take-Off-Event“ an der Häfler Uferpromenade im „Pavillon am See“ und im „Lammgarten.“ Am Samstag, 19. August, öffnet der Zeppelin-Hangar um 9 Uhr seine Pforten. Geboten werden unter anderem eine Händlermeile, ein Bühnenprogramm mit Komiker Ingo Oschmann, Kletteraktionen oder Workshops zum Thema Geocaching. Eine besondere Attraktion: Erstmals wird der „Heilige Gral“ vieler Geocacher in Deutschland ausgestellt: eine Bohnendose, die als Versteck beim allerersten Geocache 2000 gedient hatte. Der Eintritt zum „Project Let’s Zeppelin 2017“ kostet für Erwachsene (ab 16 Jahre) 14 Euro, für Teenies (10 bis 15 Jahre) 7 Euro. Kinder unter zehn Jahren zahlen keinen Eintritt.

Was ist für Nicht-Cacher geboten?

„Dieses Event ist für jeden interessant, der gerne draußen ist“, betont Cheforganisator Kühl. Wer in den Hangar komme, erfahre dort zum Beispiel, was den Aufenthalt in der Natur noch viel interessanter machen könnte „als nur von A nach B spazieren zu gehen“. Der Besuch beim „Project“ lohnt sich auch wegen der Gewinnspiele – als Preise winken unter anderem zehn Zeppelinflüge und Sachpreise namhafter Outdoor-Hersteller.

Wie komme ich zum Event?

Zum Geocaching-Event „Project Let’s Zeppelin“ am Samstag, 19. August, verkehrt die Stadtbuslinie 17 (Messeexpress) zwischen Stadtbahnhof, Hafenbahnhof und der Haltestelle „Messe West“. Die Busse fahren im Zehn-Minuten-Takt von 8 Uhr bis 19 Uhr. Auf dieser Linie ist die Fahrt kostenlos. Eine zusätzliche Fahrtmöglichkeit zur Messe bietet die Linie 5. Hier fahren die Busse nach dem regulären Fahrplan. Im Unterschied zum kostenlosen Messeexpress benötigen die Fahrgäste hier einen gültigen Fahrausweis.

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