Vorhang auf: SZ-Herausgeber Andreas Gessler (links) und Oberbürgermeister Andreas Brand freuen sich über den neuen Geschichtspfa (Foto: Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung
Gunnar M. Flotow

Der neue Geschichtspfad, ein Geschenk der Schwäbischen Zeitung für die Stadt zum 200. Geburtstag, ist komplett. Oberbürgermeister Andreas Brand und Andreas Gessler, Herausgeber der Schwäbischen Zeitung, haben am Freitag am Technischen Rathaus die letzte von insgesamt 120 blauen Tafeln enthüllt. Sie ergänzen und erweitern den alten Geschichtspfad, der 1995 von einem Arbeitskreis des Stadtarchivs und der Volkshochschule entwickelt worden ist.

„Es war uns eine Freude, Ihnen dieses Geschenk zu machen“, sagte Andreas Gessler. „Wir leben hier in der Region und von der Region, deshalb ist es auch schön, wenn wir der Region etwas zurückgeben können. Und wenn es um Geschichte geht, stoßen Sie bei mir immer auf offene Ohren.“

Warum sich die Schwäbische Zeitung einen Geschichtspfad als Geburtstageschenk ausgesucht hat, erklärte Redaktionsleiter Martin Hennings: „Wir wollten etwas, das dokumentiert, dass wir nicht nur ein kritischer Begleiter der Stadt und ihrer Bürger sind, sondern ein Teil der Geschichte dieser Stadt.“

Dies konnte Oberbürgermeister Brand nur unterstreichen, als er feststellte, dass „die Schwäbische Zeitung seit 175 Jahren und somit fast die gesamte Geschichte der Stadt begleitet“. Das Stadtoberhaupt freute sich über „ein gutes Geschenk“, das „sichtbar bleibt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten“. Die Tafeln zeigen seiner Meinung nach eindrucksvoll, dass nicht nur Gebäude, Zeppeline und Zahnräder die Geschichte der Stadt ausmachen, sondern die Menschen.

Zur Häfler Vergangenheit gehören auch dunkle Momente. Der neue Geschichtspfad will vor allem das Gedenken an die Opfer der Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 wahren und fördern. Die gestern enthüllte Tafel beschreibt, wie das heutige Technische Rathaus während der Nazi-Diktatur genutzt wurde: als Verwaltungsgebäude für verschiedene Parteiorganisationen. Eröffnet am 8. Juli 1939, waren dort unter anderem Dienststellen von SA und SS sowie der Hitlerjugend und des Bund Deutscher Mädels untergebracht. Das Gestapo-Sondergericht tagte hier ebenfalls. Am 28. April 1944 legten alliierte Bomber das sogenannte „braune Haus“ in Schutt und Asche. Seit dem Wiederaufbau 1950 dient das Gebäude an der Charlottenstraße als Technisches Rathaus.

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