Ein Fest, das die Herzen zum Strahlen bringt

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Brigitte Geiselhart

Friedrichshafen - Beim Interkulturelle Stadtfest hat alles gepasst. Und das nicht nur, weil die unzähligen Besucher zwei Tage lang bei herrlichem Sommerwetter mit der Sonne um die Wette strahlen durften. Wohin man auch blickte, man sah nur zufriedene und glückliche Gesichter.

Zum Beispiel Irene und Melanie, die mit ihren elfjährigen Töchtern Annika und Mia für ein Wochenende aus Zürich gekommen sind – eigentlich wegen des Infotags im Zeltlager Seemoos am Sonntag. Dass sie am Samstag auch auf dem Interkulturellen Stadtfest gelandet sind, war also eher ein Zufall, für den sie aber sehr dankbar waren. „Einfach klasse. Man kann sich hier köstlich die Zeit vertreiben und die vielen kulturellen Vorführungen bewundern“, sind sie sich einig. Ins gleiche Horn blasen die Häfler Josef und Beate Hausknecht. „Bunte Folklore und kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt – was will man mehr“, sagen sie und stürzen sich mit großer Freude ins Getümmel.

Daniel Carracelas gehört zum Standteam des Spanischen Vereins Bodensee und hat sich nicht nur die Kochschürze umgebunden, sondern als persönlichen Beitrag auch etwas ganz Besonderes ausgedacht: „Ich habe mir von meiner Mama das Rezept für Hähnchenkroketten geben lassen. Und siehe da – es hat auf Anhieb geklappt“, sagt der 28-Jährige sichtlich zufrieden. Selber isst er zwischendurch gern was Türkisches und freut sich darauf, mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen. Zusammen mit anderen Freunden sitzt er am Samstagnachmittag mit Miriam Macak am Tisch, einer Häflerin mit Wurzeln im Balkan. Sie gönnt sich eine Spezialität aus Eritrea. „Dieses Fest bietet die Gelegenheit, verschiedenen Kulturen kennenzulernen und die eigene Kultur zu präsentieren. Es ist eine Bereicherung für die Stadt und eine Bereicherung für uns selber“, bringt Pablo Uria seine Überzeugung auf den Punkt. Er ist Vorstandsmitglied des Spanischen Vereins und zählt unter seinen 75 Mitgliedern auch etwa 20 Deutsche, Schweizer und andere „Ausländer“ – wie er scherzhaft hinzufügt.

Bürgermeister wagt ein Tänzchen

„Ich komme aus dem ehemaligen Jugoslawien“, sagt Utleta Alispahit. Seit 47 Jahren ist sie im Hafen heimisch geworden. „Auf dem Stadtfest haben früher schon meine Kinder mitgetanzt und jetzt tun es die Enkel“, sagt sie mit Stolz.

„Was ist eigentlich das Schönste am Internationalen Stadtfest?“ Viktoria, Christiane, Özmer und Eleni, die allesamt in die Ludwig-Dürr-Schule gehen, sind sich da absolut sicher. „Das Tanzen ist das Allerschönste“, sagen die Mädels, die von Bürgermeister Andreas Köster bei der offiziellen Eröffnung spontan auf die Bühne an der Musikmuschel gebeten werden, mit leuchtenden Augen. „Das Internationale Stadtfest bringt offenbar auch die Herzen zum Strahlen“, stellt Köster mit Freude fest.

Und dann ist es endlich soweit: Die Uraufführung des „tanzenden Bürgermeisters“, auf die der eine oder die andere schon mit Spannung gewartet hatte. Andreas Köster löst zusammen mit Moderator Dieter Stauber ein Versprechen ein, das schon im Vorjahr angedeutet und in diesem Jahr verbindlich konkretisiert wurde. Und siehe da: Die beiden Herren machen eine recht gute Figur und lassen - getragen von den tanzerfahrenen Mitgliedern des Kultur- und Sportverein Sarajevo erstaunliches tänzerischen Potenzial erkennen. Sie kommen zwar etwas aus der Puste, haben aber jede Menge Spaß – genauso wie die vielen Menschen aus Nah und Fern, die am Samstag und Sonntag bis in die Abendstunden auf dem Interkulturellen Stadtfest ausgelassen und fröhlich feiern.

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