Ein echter Europameister am Start: Richard Ringer besucht seine ehemalige Schule

 Richard Ringer (Mitte), Hermann Schlenker, Schulleiter des Beruflichen Gymnasiums (links), und Christoph Landsbeck, Konrektor d
Richard Ringer (Mitte), Hermann Schlenker, Schulleiter des Beruflichen Gymnasiums (links), und Christoph Landsbeck, Konrektor der Werkrealschule (rechts), laufen zusammen mit den Schülern über den Pausenhof. (Foto: Steffen Artmeier)

Mit einem echten Europameister im Marathon an den Start gehen – diese Chance, hatten jetzt Schüler der Bodensee-Schule. Denn Richard Ringer hat die Bildungseinrichtung besucht, auf der er früher selbst war. Der Spitzenläufer erzählte von seinen Erfahrungen und drehte mit Lehrern und Schülern ein paar Runden.

Für die Schüler war es etwas Besonderes, gemeinsam Seite an Seite mit dem amtierenden Europameister im Marathon zu laufen. Das Motto lautete: „Jeder hat seine Stärken!“ – was sich zeigte, als die sportliche Gemeinschaft Aufgaben in einem Parcours absolvierte und es unter anderem hieß, Klimmzüge zu machen und bei einer sportlichen Variante von Memory von Ort zu Ort zu rennen, um das passende Bild zu finden.

Kraft einteilen

Danach gab es die Gelegenheit, sich ein Autogramm vom Europameister zu holen. Im Anschluss stellte sich Ringer in einem Experteninterview den Fragen der Schüler. Dabei erzählte Ringer unter anderem, wie er seine Schulzeit neben dem Sport erlebt hat und wie sein Leben heute als Profisportler aussieht. Eine Schülerin wollte wissen: „Hast du Tipps für uns, wie wir unsere Ausdauer verbessern können, um gut am Ende des Monats auf den anstehenden Ausdauerlauf vorbereitet zu sein?“ Seine Ansage: drei- bis viermal pro Woche Training. Der Experte empfahl den Schülern aber auch, sich nicht zu überfordern, sondern die Kraft gut einzuteilen: „Ich schaue, dass ich es am Anfang ruhiger angehe.“

Über seinen Werdegang erzählte der 33-Jährige, dass er den großen Sprung in die Profikarriere erst vor drei Jahren gemacht habe. Nach seinem Abschluss an der Bodensee-Schule absolvierte Ringer sein Fachabitur und studierte Betriebswirtschaftslehre in Konstanz. Schon während seiner Schulzeit trainierte er Leichtathletik und absolvierte 1999 sein ersten Wettkampf. Dabei ging der Sport mit seinen schulischen Leistungen meist Hand in Hand: „Während ich mit der Zeit besser im Sport wurde, wurden auch meine schulischen Leistungen besser.“

Top Acht als Ziel

Der EM-Sieg dieses Jahr in München kam für den 33-Jährigen überraschend. Wie er anmerkte, erfordere ein Marathon aber auch viel taktisches Geschick. „Man muss bedenken, dass der August eine schlechte Zeit für einen Marathon ist“, sagte Ringer. Das hätte dazu geführt, dass viele ihre Ausdauer nicht so gut eingeteilt hätten. Entscheidend für seinen Sieg sei am Ende die große Unterstützung des Publikums gewesen. „Bei den olympischen Spielen ist mein Ziel unter die Top Acht zu kommen“, kündigt Richard Ringer an. Es sei allerdings nicht leicht, sich gegen eine Masse von Talenten durchzusetzen.

Da die Veranstaltung an der Bodensee-Schule unter dem Motto „Jeder hat seine Stärken!“ stattfand, gab Ringer den Schülern noch den Rat mit auf den Weg, und zwar: viel auszuprobieren, was vor allem in der Schule in verschiedenen Fächern möglich sei. Auf die Stärken, die man dadurch entdeckt, gelte es dann, den Fokus zu setzen und sich darauf zu konzentrieren.

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