Ein Überflieger ohne persönliche Eitelkeiten

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Die Ausstellung wird am Samstag, 7. Juli, um 19.30 Uhr im Zeppelin Museum eröffnet. Grußworte und Einführungen sprechen unter anderem Manfred Bauer, Vorsitzender des Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin-Museums, und Uwe Eckener, der Enkel von Hugo Eckener. Die Ausstellung ist bis 2. September im Zepplab des Zeppelin Museums zu sehen.

Hugo Eckener steht mit Besen da und kehrt Laub. Oder er hackt Holz, lässig mit einer Hand, im Mund eine Zigarre. Anlässlich seines 150. Geburtstags zeigt ihn die kleine Jubiläumsausstellung „Alles auf eine Karte“ nicht zuletzt von seiner privaten Seite.

„Hugo Eckener war uneitel“, sagt Barbara Waibel, die Leiterin des Archivs der Luftschiffbau Zeppelin GmbH. „Mit seinen Urkunden hat er nicht sein Arbeitszimmer dekoriert. Er hat sie, wie seine Orden, in einem Karton aufbewahrt.“ Viele davon sind Teil der Ausstellung, die der Freundeskreis zur Förderung des Zeppelin Museums gemeinsam mit dem LZ-Archiv ausrichtet. Auch sein Reisekoffer ist zu sehen, den er auf alle seine Zeppelinfahrten mitnahm, und sein Luftschiffer-Ausweis. Dass Eckener es einmal bis zum Vor-sitzenden des Zeppelin-Konzerns bringen würde, wer hätte das geahnt? 1868 in Flensburg geboren, war Eckener ein mäßiger Schüler. Nach dem Studium der Nationalökonomie und Philosophie wurde er Journalist. Als begeisterter Segler zog er im Jahr 1900 an den Bodensee – und berichtete für die Frankfurter Zeitung recht ungnädig, aber sachkundig über den Grafen Zeppelin und seine Luftschiffe. Der Graf wollte dem jungen Mann jedenfalls begegnen; und durch diese Begegnung konvertierte Eckener zum Luftschiff-Anhänger. „Er wurde Zeppelins bester Propagandist“, sagt Jürgen Bleibler, Leitung der Zeppelinabteilung des Museums.

Rasch wurde der begabte Schreiber zum Praktiker und stieg auf: 1911 wurde er Luftschiffer und Geschäftsführer der Deutschen-Luftschifffahrts-Aktiengesellschaft. Im Ersten Weltkrieg bildete Eckener selbst Luftschiffer aus. Nach Kriegsende verbot der Versailler Vertrag den Luftschiffbau, den Häfler Luftschiffhallen drohte der Abriss. Aber Eckener landete einen Coup: Für die USA waren Reparationsleistungen fällig und es gelang ihm, die Vereinigten Staaten für eine besondere Form der Zahlung zu interessieren: nicht in Form von Geld, sondern eines Luftschiffs. Damit waren die Luftschiffhallen gerettet – und Eckener wurde zur internationalen Berühmtheit, weil er dieses eigens gebaute Luftschiff, LZ 126, persönlich überführte. Eine Pioniertat, für die er in den USA gefeiert wurde. „Es war das erste Mal, dass Deutschland nach Kriegsende wieder positiv wahrgenommen wurde“, sagt Barbara Waibel.

Eckener war nun auch international das Gesicht von Zeppelin und trat damit die Nachfolge des 1917 verstorbenen Grafen Zeppelin an. Eckeners Erfolge überflügelten den Grafen, auch mit den spektakulären Fahrten von LZ 129 „Graf Zeppelin“. Das Luftschiff flog um die Welt und ins ewige Eis des Nordpols. Auf dem Höhepunkt seiner Popularität wurde Eckener 1932 die Kandidatur für die Wahl zum Reichspräsidenten angetragen, aber er lehnte ab. Schlussendlich wurde Hitler Reichskanzler – „und Eckener verschwand etwas in der Versenkung“, sagt Barbara Waibel. Mit dem Unglück von Lakehurst 1937 war für ihn dann auch die Zeit der großen Starrluftschiffe vorüber.

Nach dem Krieg meldete sich Eckener zu Wort, als es in Friedrichshafen um die Zukunft der Stiftung des Grafen Zeppelin ging. „Als ehemaliger Konzernchef hat er versucht, die Stiftung für die Unternehmen zu erhalten“, weiß Barbara Waibel. Erfolg hatte er damit nicht. „Verbittert hat ihn, das man ihn gar nicht eingeladen hat, um seine Vorschläge zu hören.“ Im Alter von 86 Jahren starb Eckener 1954 in Friedrichshafen.

Die Ausstellung wird am Samstag, 7. Juli, um 19.30 Uhr im Zeppelin Museum eröffnet. Grußworte und Einführungen sprechen unter anderem Manfred Bauer, Vorsitzender des Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin-Museums, und Uwe Eckener, der Enkel von Hugo Eckener. Die Ausstellung ist bis 2. September im Zepplab des Zeppelin Museums zu sehen.

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