Ehemalige ZU-Studenten gründen „Gardore.com“

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Schwäbische Zeitung

Drei ehemalige ZU-Studenten haben im Internet zusammen mit Unterstützung weiterer Freunde und Bekannte ein Unternehmen gegründet, mit dem sie eine Marktlücke schließen wollen. Laura und Martin Cordes und Lydia Glup betreiben Gardore.com, eine Plattform für Businesskleidung für Frauen. SZ-Redakteur Ralf Schäfer hat sich mit ihnen unterhalten.

Was genau ist Gardoré.com?

Laura Cordes: Gardoré ist der erste kuratierte Online-Shop für Damen Businesskleidung. Wir zeigen handverlesene Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires für ein perfektes Business-Outfit zentral an einem Ort. Das heißt, unsere Stil-Experten nehmen der Kundin die Arbeit ab, auf der Suche nach neuer Businesskleidung von Geschäft zu Geschäft zu laufen oder sich online durch tausende Produkte zu scrollen. Außerdem bietet Gardoré durch Outfit-Vorschläge und Artikel im Blog-Bereich Orientierung sowie Inspiration auf dem Weg zum richtigen Business-Outfit.

Lydia Glup: Frauen gehen eigentlich gerne Shoppen. Wenn es um Businesskleidung geht, sieht das meistens anders aus. Das Einkaufen von Businesskleidung wird aktuell eher als anstrengend, nervig und frustrierend empfunden. Gardoré möchte Frauen wieder Lust auf Businesskleidung machen. Wir möchten Frauen helfen, das Outfit zu finden, was zu ihnen passt – und das mit mehr Freude in weniger Zeit.

Wie entstand die Idee dazu?

Laura Cordes: Während meiner Zeit als Unternehmensberaterin habe ich selbst festgestellt, wie schwierig es ist, als Frau schöne und angemessene Businesskleidung zu finden; und das obwohl unserer Kleidung eine so große Bedeutung zukommt. „Den einen Laden“ für Business-Mode gibt es nicht. Gleichzeitig bleibt neben der Arbeit kaum Zeit, einkaufen zu gehen. Da musste eine Lösung her.

Lydia Glup: Als Laura mir von ihrer Idee erzählte, war ich begeistert. Wir hatten dann schnell unsere Gedanken zu einem Konzept für Gardoré ergänzt.

Welche Rolle spielt die richtige Kleidung für Frauen am Arbeitsplatz?

Laura Cordes: Die richtige Kleidung spielt eine große Rolle. Diese Einstellung haben wir bei Gardoré sogar in unserem Namen verinnerlicht. Gardoré kann man nämlich als Kofferwort aus Garderobe und doré (französisch vergoldet) verstehen. Die Vergoldung der Garderobe steht symbolisch für den Wert, den wir auch unserer Kleidung beimessen sollten – insbesondere im Berufsleben, wo der erste Eindruck oft auch Urteile über Kompetenz mit sich bringt. Kleidung kann uns stark und selbstbewusst machen. Nur, wenn wir uns darin wohlfühlen, können wir unsere Konzentration uneingeschränkt auf andere Ziele richten. Wenn ich weiß, ich trage das Richtige, betrete ich einen Meeting-Raum schon ganz anders.

Martin Cordes: Für Männer spielt die richtige Kleidung ebenfalls eine wichtige Rolle. Nur ist es für uns deutlich einfacher, das passende Outfit zu wählen. Warum? Weil es weniger Spielraum gibt. Häufig geht es nur darum, ob mit oder ohne Krawatte.

Was leistet Gardoré.com Besonderes?

Laura Cordes: Das Besondere ist zunächst die Spezialisierung auf Damen Businesskleidung. Wir positionieren uns ganz klar in dieser Nische. Das erlaubt uns, ein tiefes Wissen in diesem Bereich aufzubauen und Produkte konsequent nach den Ansprüchen an gute Businesskleidung auszuwählen. In unserem Shop gibt es nur Marken und Produkte, die aufgrund ihres Designs sowie ihrer Qualität als Businesskleidung geeignet sind.

Lydia Glup: Wichtig ist uns auch, verschieden Dresscodes zu bedienen. Denn es gibt eben nicht das eine richtige Business-Outfit. Wir unterscheiden bei den Dresscodes zwischen Formal, Semiformal und Business Casual.

Wie organisiert Ihr Euch, wenn die Mitarbeiter in ganz Europa verstreut unterwegs sind?

Martin Cordes: Über verschiedene Online-Kanäle sind wir alle stets in Kontakt. So wissen wir, was bei den anderen gerade anliegt, welche neuen Entwicklungen es gibt und wo als nächstes etwas zu tun ist. Außerdem haben wir die Bereiche gut aufgeteilt, wobei wir uns auch immer wieder austauschen und für spezielle Aufgaben in kleineren Teams zusammenarbeiten. Als Gründerin übernimmt Laura die Koordination und Moderation wo nötig. Darüber hinaus treffen wir uns auch je nach Verfügbarkeit persönlich und Arbeiten im Workshop-Stil.

Laura Cordes: Natürlich ist es manchmal herausfordernd, nicht an einem Ort zu sein, aber wir haben uns da gut eingespielt. Außerdem nutzen wir bewusst die Vorteile, die sich aus der Verteilung über verschiedene Standorte ergeben. So können wir mehrere lokale Netzwerke aufbauen und pflegen. Außerdem bekommen wir eine vielfältige Inspiration aus Städten wie Kopenhagen, Berlin oder Barcelona. Und nicht zuletzt ist die geografische Flexibilität ein Pluspunkt bei der Suche nach weiteren Talenten zum Ausbau des Teams.

Wo soll es mal hingehen? Gibt es dazu Strategien, sich inhaltlich auf mehr als Mode zu konzentrieren?

Laura Cordes: Wir bleiben der Spezialist für Damen Businessmode. Da wir Kleidung aber nicht nur als oberflächliche Hülle oder ein Fashion-Statement ansehen, sondern als Teil unserer non-verbalen Kommunikation und als Spiegel zum Inneren, beschäftigen wir uns recht tiefgehend mit diesem Thema.

Martin Cordes: Wie wichtig es ist, dass diese Nische besetzt wird, sieht man an der starken Nachfrage. Neben den Verkäufen bekommen wir immer wieder freudige Nachrichten von Kundinnen, die bisher beim Einkauf von Businesskleidung verzweifelt sind. Von Unternehmen erhalten wir ebenfalls sehr positive Resonanz. Das Thema ist also für beide Seiten höchst relevant.

Welche Rolle spielt der Blog?

Laura Cordes: Der Blog spielt eine große Rolle bei Gardoré. Er gibt nicht nur Wissenswertes und Inspiration rund um Businesskleidung wieder, er klärt auch auf zur Bedeutung unserer Kleidung. Außerdem greifen wir immer wieder Themen auf, die für unsere Kundinnen allgemein wichtig sind.

Lydia Glup: Darüber hinaus posten wir auf Instagram und Facebook täglich Business-Outfits oder teilen Artikel rund um das Thema. So können unsere Kundinnen sich täglich inspirieren lassen.

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