„Dronter ond drieber“: Chaos im schwäbischen Alltag

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 Die Paare finden wieder zusammen: Hermann und Helga Götz (vorne) und Opa Albert mit Tante Lina.
Die Paare finden wieder zusammen: Hermann und Helga Götz (vorne) und Opa Albert mit Tante Lina. (Foto: Renate Habermaas)
Renate Habermaas

Es ist schon seit Jahren Tradition, dass die Landjugend Ailingen-Schnetzenhausen an ihrem bunten Abend im Dorfgemeinschaftshaus ein Theaterstück aufführt. Jetzt war es wieder soweit: Am Samstagabend hat die zusammengestellte Theatergruppe das Stück „Dronder ond drieber“ auf die Bühne gebracht und beim Publikum im vollen Saal für Stimmung gesorgt.

Acht Wochen lang liefen die Proben auf Hochtouren, denn jede Woche traf sich die Landjugend, um das schwäbische Lustspiel einzuüben. Dann hieß es „Bühne frei“ für Helga und Hermann Götz (Nadine Boch und Michael Hager), die sich in ihrem gut bürgerlichen Wohnzimmer voneinander verabschieden, weil Helga in Kur geht. „Juhu“, hört man Ehemann Hermann rufen, als Helga durch eine der drei Türen von der Bühne verschwindet, gefolgt von einem hoffnungsvollen „Ist sie weg?“ von Opa Albert (Tobias Schuler), der voller Erleichterung aufatmet.

Doch jetzt geht es erst richtig los, eben „Dronder ond drieber“. Opas Freund Eugen (Daniel Bensch) kommt für ein paar Wochen zu Besuch, genauso wie Tante Lina (Alicia Biser) und Klaus (Johannes Haug), der Freund von Regine Götz (Elena Braun), der Tochter des Hauses. Und nicht zu vergessen Lolita, genannt Lola (Patricia Brugger), die ein Auge auf Hermann geworfen hat. Als sie dann alleine im Wohnzimmer ist, macht sie Kerzen an, dimmt das Licht, legt sich leicht bekleidet auf das Sofa und ruft: „Hermännle, guck doch mal wie i dalieg!“. Doch zu spät, Tante Lina funkt dazwischen und weiß über die Männer Bescheid: „Ach ja die Männer, wenn sie bloß net so schnell alt werden täten.“

Inzwischen sieht das Wohnzimmer wie eine durchwühlte Truhe aus, Klamotten liegen überall herum, die BHs hängen am Bilderrahmen, doch Lola stört es nicht. Sie dimmt erneut das Licht, macht die Kerzen an, lässt Musik laufen, versucht ihre Verführungskünste und ruft ihr lang gezogenes: „Hermännle“. Im Haus der Götz geht es rund, Hermann erscheint im Hawaii-Hemd, Opa Albert ist mit Tante Lina zusammen, Regine, die Tochter Hermanns, mit ihrem Klaus, Lola macht sich jetzt an Eugen heran, der bald sagt: „So langsam verstand i nix“.

Mitten im Beziehungschaos erscheint Helga und alles kommt heraus: ihr Kurschatten und Hermanns Flirt mit Lola. Zum Schluss finden die Paare wieder zueinander und das „Dronder ond drieber“ löst sich wohlgefällig auf.

Für die Laienschauspieler als auch für die Mitwirkenden im Hintergrund gab es jede Menge Applaus als Anerkennung für die gelungene Unterhaltung eines bunten Abends, der mit dem Barbetrieb des DJ Mompfä endete.

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