Ortsvorsteher Georg Schellinger (rechts) gratulierte für die Stadt dem Sieger Alexander von Ungern-Sternberg.
Ortsvorsteher Georg Schellinger (rechts) gratulierte für die Stadt dem Sieger Alexander von Ungern-Sternberg. (Foto: kili)
Kirsten Lichtinger

Hochklassigen Pferdesport hat der Reit- und Fahrverein (RFV) Ailingen am zurückliegenden Wochenende geboten. Besonders spannend war es am Sonntagnachmittag beim Großen Preis von Friedrichshafen, einem S*-Springen mit Siegerrunde.

Die Zuschauer hielten den Atem an, als der junge Springreiter Alexander von Ungern-Sternberg aus Taubenberg im zweiten Umlauf mit seinem Wallach „Quintus“ am Sonntagnachmittag in den Parcours ritt. Er ging als Letzter an den Start. Die Parcoursbauer hatten die Stangen auf 145 Zentimeter hoch gelegt. 260 Meter mit sieben Sprüngen galt es, fehlerfrei zu überwinden.

Und es klappte: Der Taubenberger behielt die Nerven und wendete seinen Braunen auf engstem Raum über die Hindernisse. Alle Stangen blieben liegen. Da er auch im ersten Umlauf fehlerfrei geblieben war, stand am Schluss die Doppel-Null. Richter Frank Uhde überreichte verdient die goldene Schleife.

Zweiter wurde Andreas Groß vom RFV Benzenbühl mit seinem Pferd Nininjo. Er kassierte im ersten Umlauf einen Abwurf, blieb jedoch in der zweiten Runde ohne Fehler und freute sich anschließend über den zweiten Platz. Für einen lupenreinen Amateur war das noch mal eine besondere Leistung.

Den dritten Rang belegte ebenfalls Alexander von Ungern-Sternberg mit seinem Schimmel „Flügel“. Zum Schluss standen vier Strafpunkte aus dem ersten und acht Strafpunkte aus dem zweiten Umlauf auf dem Ergebniszettel.

Pech hatte Konstantin Eduard van Damme vom Reitsportzentrum am Bussenberg. Er steuerte seine Pferde „Chatoulon“ und „Chazino“ in feinen Ritten fehlerfrei über die zehn Hindernisse im ersten Umlauf. Sein drittes Pferd in der Prüfung erkrankte noch vor dem Start plötzlich an einem Kreuzverschlag. Das lässt auch einen Profi nicht kalt – und so gab van Damme im zweiten Umlauf noch vor dem Ziel auf und verzichtete auf einen weiteren Start. Aufgrund der beiden Nullrunden im ersten Umlauf reichte es dennoch für zwei vierte Plätze.

Der erfolgreichste Reiter des Ailinger Turniers, Alexander von Ungern-Sternberg, konnte gleich die drei wichtigsten Springprüfungen für sich entscheiden. „Die Parcoure waren anspruchsvoll und es war nicht einfach, den Rhythmus zu halten“, beschrieb er die Herausforderungen.

Bereits am Vortag ließ er – ebenfalls mit „Quintus“ – im Punktespringen der Klasse S* alle Stangen am Platz und punktete mit einem schnellen Ritt und kurzen Wendungen in einer Zeit von 52,86 Sekunden. Der Zweitplatzierte Konstantin Eduard van Damme kam mit seinem zehnjährigen Fuchswallach „Schwabenstolz“ fehlerfrei mit 58,13 Sekunden ins Ziel. Dritter wurde Sascha Braun auf „Contador“.

Und auch im M**-Springen am Freitagabend trug sich der Taubenberger in die Siegerliste ein, dieses Mal mit dem Schimmel „Nektini“. Abermals mit einem Vorsprung von drei Sekunden zur Zweitplatzierten Stefanie Görlich auf „Cajenne“ aus Bad Wörishofen. Den dritten Platz holte sich Valentin Manier, Bereiter beim Gestüt Annahof, mit „Chopard VDB Z“.

Die höchste Platzierung des gastgebenden Vereins erritt sich Eva-Marie Brugger mit ihrer Schimmelstute „Chloé“: Das Paar belegte in einer Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse M* den dritten Rang.

Die Vorsitzende des RFV Ailingen, Petra Kuhn, freute sich nicht nur über hervorragenden Sport, sondern auch über erfolgreiche Abendveranstaltungen. „Die Red Creek Line Dancers aus der benachbarten Weilermühle sorgten für ein abwechslungsreiches Programm am Freitagabend“, sagte sie. Die wochenlangen Vorbereitungen des Vereins hätten sich gelohnt. Lob gab es auch von den Richtern. „Eine gut organisierte Veranstaltung mit guten Reitern und Pferden, die sich fair verhalten haben“, gab Kathrin van Wees zu Protokoll.

Der Ailinger Ortsvorsteher Georg Schellinger ließ es sich nicht nehmen, dem Sieger im S*-Springen persönlich zu gratulieren. Er bedankte sich beim Team des Vereins und bei der Familie Brugger für das schöne Turnier, das über Friedrichshafen hinaus eine wichtige Bedeutung in der Region habe.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen