Autor Markus Heitz (links) hat nach der Lesung noch zahlreiche Bücher signiert. Leser Thomas Seifert ist eigens aus Leutkirch a
Autor Markus Heitz (links) hat nach der Lesung noch zahlreiche Bücher signiert. Leser Thomas Seifert ist eigens aus Leutkirch angereist. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Schriftsteller Markus Heitz hat in der Buchhandlung Ravensbuch seinen neuesten Fantasy-Roman vorgestellt. Genauer gesagt: Romane. Auch wenn die drei Geschichten allesamt den gleichen Anfang haben, ändert sich im Laufe des Lesens der weitere Verlauf. Das besondere an „Doors“ ist die Tatsache, dass der Leser wählen kann, wie es weitergeht. Entweder finden sich die Protagonisten im Mittelalter, in den 40er-Jahren oder in der Zukunft wieder.

Knapp 70 Zuhörer hat der bekannte Schriftsteller in die Buchhandlung gelockt. Heitz zählt zu den bekanntesten deutschen Autoren dieses Genres und hat mit „Zwerge“ Anfang der 2000er-Jahre seinen literarischen Durchbruch geschafft. Das Erste was dem Besucher der Lesung auffällt: Es sitzen mehr Männer als Frauen im Auditorium. Und das Zweite: Auch wenn Heitz aus „Doors“ vorliest und einen Vorgeschmack auf das Fantasyabenteuer seines Rettungsteams gibt, besticht der Abend insbesondere durch seine Art, über seine Werke, sein Leben und die Ideen hinter seinen Geschichten zu erzählen. Im lockeren Plauderton und mit viel Humor beantwortet der gebürtige Saarländer ausführlich die Fragen seiner Zuhörer. Sein Beruf ist für ihn auch eher Berufung. Schon als Jugendlicher wollte er Schriftsteller werden, hat alle namhaften Autoren im Fantasybereich gelesen, darunter Tolkien, Douglas Adams oder auch Terry Pratchett, hat sich aber aus ganz einfachen Gründen für Fantasy entschieden: „Da ist alles möglich, es muss meiner Meinung nach nur logisch sein“, sagt Markus Heitz.

In der Oberstufe habe er darüber nachgedacht vielleicht doch etwas zu lernen, mit dem man Geld verdienen könne, denn „Kreativität ist Luxus“ und zunächst auf Lehramt studiert. „Germanistik und Geschichte – eine ganz seltene Kombination“, sagt er mit ironischem Unterton, die Aussicht, eine Anstellung zu bekommen, sei gleich null. Also habe er auf Magister umgesattelt und sich als freier Mitarbeiter einer Zeitung seine Brötchen verdient. Das Studium kommt ihm bei seiner Tätigkeit als Schriftsteller entgegen. „Immer wieder baue ich historische Tatsachen etwas abgewandelt in meine Geschichten ein und wenn der Leser denkt: „Das kommt mir bekannt vor, das schaue ich mal genau nach“, habe ich doch schon – zack – einen pädagogischen Auftrag erfüllt“. Seine lockere Art macht ihn sympathisch und die Zuhörer fühlen sich wohl. Es wird viel gelacht und – wenn Heitz liest – auch geschmunzelt.

Die drei Geschichten von „Doors“ sind nach dem Prinzip interaktiver Abenteuergeschichten geschrieben, bei denen der Leser irgendwann innerhalb des Buches an eine Stelle kommt, an der er selbst entscheiden muss, wie es weitergeht. Dabei geht es um ein Rettungsteam, das die Tochter eines Millionärs wiederfinden soll. Irgendwann stößt es auf eine Höhle, in der fünf Türen sind. Das verschwundene Millionärskind kann nur durch drei dieser Türen gegangen sein.

Bis hierhin gleicht sich „Doors“ und jetzt muss der Leser entscheiden, hinter welche der drei Türen er das Rettungsteam schickt. Entweder befindet man sich in einem alternativen Mittelalter oder in den 40er Jahren, „aber so ganz ohne Nazis. Ja, das geht – auch wenn Hollywood mich nie verfilmen wird“, sagt der Autor. Oder aber in der Zukunft. Drei Türen, drei Welten und drei Geschichten. Heitz bezeichnet sich selbst als „Planer und Plotter“, der aus einer Idee für eine Geschichte zunächst über mehre Din-A4-Zettel Stichworte sammelt und „bevor der erste Satz geschrieben ist, weiß ich schon wie die Geschichte ausgeht“. Vom ersten Satz bis zur Fertigstellung würden ungefähr vier Monate vergehen, was aber nicht heiße, dass eine Idee sofort umgesetzt werde. „Manchmal schlummern sie Jahre als Notiz in meinem Laptop und irgendwann stoße ich wieder darauf“.

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